Auch "Tippgeber" Dung aus Haft entlassen

7. April 2004, 14:03
posten

Staatsanwalt: "Arrangement Fee"-Empfänger machte "umfangreiche sachdienliche Angaben"

München - Bei den Ermittlungen im Schmiergeldskandal um das neue Münchener Fußballstadion ist ein weiterer Beschuldigter auf freien Fuß gesetzt worden. Dabei handelt es sich um den Geschäftsmann Stefan Dung, der im Rahmen einer Razzia am 9. März dieses Jahres in Dresden festgenommen wurde, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Dienstag in München mit. Dung soll einen Betrag von 2,8 Mio. Euro von der österreichischen Baufirma Alpine-Mayreder erhalten und den größten Teil an Karl-Heinz Wildmoser junior, dem Sohn des inzwischen zurückgetretenen TSV 1860-Präsidenten, weitergeleitet haben.

Keine Haftgrund mehr

Dung habe am Montag und Dienstag "umfangreiche sachdienliche Angaben" gemacht, teilte Schmidt-Sommerfeld mit. Der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr sei damit entfallen. Auflagen sollten der Fluchtgefahr entgegenwirken. In der Korruptionsaffäre ist damit nur noch Wildmoser junior in Untersuchungshaft.

Alpine zahlte "Arragangement Fee"

Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan hatte kürzlich öffentlich eingeräumt, sein Unternehmen habe an Dung einen Betrag von 1,4 Mio. Euro als "Arrangement Fee" bezahlt. Der Betrag sei geflossen, weil Dung auf das Münchener Stadion-Projekt und ein dafür geeignetes Schweizer Architektenbüro hingewiesen habe. Tatsächlich erhielt Alpine Mayreder in Kooperation mit dem Architektenbüro den Zuschlag für das 280-Millionen-Euro-Projekt. Bauherren sind die beiden Münchener Fußballvereine FC Bayern und TSV 1860.

Im Zuge der Ermittlungen saß auch Ex-1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser senior einige Tage in Untersuchungshaft. Er wurde am 12. März gegen Auflagen entlassen und trat kurz danach als Präsident des Traditionsvereins zurück. (APA)

Share if you care.