Zeughaus Unter den Linden wird wiedereröffnet

5. April 2004, 12:01
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Künftig beherbergt es Dauerausstellungen des Deutschen Historischen Museums

Berlin - Nach fünfjähriger Generalsanierung wird am ersten April das Berliner Zeughaus Unter den Linden wiedereröffnet. Es wird künftig die neue Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums über 2.000 Jahre deutsche Geschichte beherbergen, die in den nächsten Monaten auf einer Fläche von 7.500 Quadratmetern eingerichtet und Anfang 2005 eröffnet wird.

Ausstellungen im Pei-Bau

Bereits ab Samstag sind das Foyer des Museums, der überdachte Schlüterhof und der Durchgang zum Pei-Anbau für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Pei-Bau in der Straße Hinter dem Gießhaus mit seinem markanten spiralförmigen Treppenturm hatte im vergangenen Jahr 400.000 Besucher angezogen. In diesem Jahr sind zwei große Ausstellungen über den Ersten Weltkrieg und zum Thema "Mythen der Nationen" nach 1945 geplant.

Das Zeughaus soll nach den Worten von Museumsdirektor Hans Ottomeyer mit der Dauerausstellung auf zwei Etagen ein in Europa einmaliges Nationalmuseum sein. Das Barockpalais in Nachbarschaft von Schinkels Neuer Wache und der Staatsoper war für 25 Millionen Euro generalsaniert worden. Bereits von 1994 bis 1998 wurden die Fassaden erneuert. Der von Schlossbaumeister Andreas Schlüter entworfene Innenhof erhielt ein Glasdach.

Ursprünge der deutschen Geschichte

Im Obergeschoß des Hauptgebäudes soll die Ausstellung von den Ursprüngen der deutschen Geschichte über das Mittelalter bis zu den Jahren 1918/19 führen. Im Erdgeschoß wird die Geschichte von der Zeit der Weimarer Republik bis zur Gegenwart gezeigt. Das Museum besitzt fast eine Million Objekte aus den Beständen des früheren DDR-Museums für deutsche Geschichte und aus den Ankäufen der vergangenen Jahre.

Das Zeughaus, von 1695 bis 1706 unter anderem von Johann Arnold Nering, Andreas Schlüter und Jean de Bodt erbaut, war im 18. Jahrhundert die größte Waffenkammer Preußens. Unter Federführung von Karl Friedrich Schinkel wurde das Arsenal 1815 zum Kriegsmuseum umgebaut. Kaiser Wilhelm I. erklärte das Zeughaus zur "Ruhmeshalle" der Armee. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Barockbau bis auf die Fassaden zerstört und in der DDR als Geschichtsmuseum wieder aufgebaut. (APA)

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