Offen Gesagt, Bursche

24. April 2004, 12:16
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Schneyder über Fischer: "Eine wohlerwogene Meinung zu haben und sie wohlerwogen zu ändern, ist nichts Schlimmes"

Im Vorfeld der Zwentendorf-Abstimmung 1978 machte Werner Schneyder in seinem Kabarettprogramm "Wie abgerissen" eindeutig Stimmung gegen die Atomkraft, heute ist er ein prominenter Unterstützer von Heinz Fischer. "Sie sind doch ein gescheiter Bursch," redete ihn Kurt Bergmann, Ex- ÖVP-Geschäftsführer mit reicher ORF- Erfahrung in der Fernsehsendung "Offen Gesagt" freundlich darauf an – aber da war natürlich eine Menge Bosheit dabei. Wenn's nach Fischer gegangen wäre, wäre das AKW Zwentendorf in Betrieb gegangen und womöglich ein zweites in St. Pantaleon ebenfalls errichtet worden.

Der gescheite und mit 67 Jahren schon etwas reifere Bursche Schneyer parierte: Es sei ja doch einiges passiert in den letzten 25 Jahren. Jetzt denke Fischer ja wohl anders. Eine wohlerwogene Meinung zu haben und sie wohlerwogen zu ändern, sei nichts Schlimmes.

Aber gescheiterte Präsidentschaftskandidatinnen als "frustriert" in die "Nähe eines Witzbuchs" zu stellen, das sei schlimm, meint Heide Schmidt – der eben dies von Bergmann widerfahren war. Der wiederum lächelte das weg und bezichtigte den Kandidaten Fischer, keine Meinung zu den "Kärntner Ereignissen" zu haben – oder wenigstens diese nicht klar sagen zu wollen.

Einmal in Fahrt, riss Bergmann die Diskussion an sich, ließ die neben ihm sitzenden Damen Helga Rabl- Stadler und Helene Karmasin kaum zu Wort kommen. Immerhin bewirbt er selber eine. (cs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.3.2004)

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    Werner Schneyder war bei Offen Gesagt im atomaren Clinch mit Kurt Bermann

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