Deutsch-jüdische Zeitung "Aufbau" besteht weiter

6. April 2004, 19:38
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Redaktionsleiter räumt "Liquiditätsproblem" ein

Die Zukunft der deutsch-jüdischen Emigrantenzeitung "Aufbau" ist nach eigenen Angaben vorerst gesichert. Die nächste Ausgabe erscheint am 8. April, sagte der Berliner Redaktionsleiter Rainer Meyer am Montag der dpa. "Wir sind immer noch am Leben." "Der Spiegel" hatte Anfang März unter Berufung auf die Chefredaktion berichtet, die Mittel der Zeitung reichten noch maximal bis Ende des Monats.

"Liquiditätsproblem"

Meyer wollte sich aber nicht festlegen, wie es mit dem 1934 von jüdischen Flüchtlingen gegründeten Blatt weitergeht. "Der "Aufbau" hat immer um seine Existenz gekämpft." Laut Meyer besteht ein "Liquiditätsproblem". Derzeit gebe es Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

"Transatlantischen Zeitung"

Der "Aufbau" erscheint in New York und Berlin in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Zur NS-Zeit war die Zeitung für viele Intellektuelle eine wichtige Plattform, sich mit Deutschland auseinander zu setzen. Zu den Autoren zählten Albert Einstein, Hannah Arendt und Thomas Mann. Im Mai 2002 wurde das Blatt zu einer "transatlantischen Zeitung" umgestellt, die zur Hälfte in englischer Sprache erscheint und die die zweite und dritte Emigrantengeneration ansprechen soll. (APA/dpa)

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