TA bleibt sparsam und zahlt erstmals Dividende

27. April 2004, 13:23
6 Postings

Dank Mobilfunk, Personalabbau und gedrosselten Investitionen hat sich der Gewinn mehr als verzehnfacht

Wien - Einen bescheidenen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr, dafür aber einen um den Faktor zehn auf 134,2 Millionen Euro erhöhten Gewinn im Jahr 2003 präsentierte die Telekom Austria (TA) in der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch.

TA-Generaldirektor Heinz Sundt erwartet heuer keine "Wachstumsexplosion", will die Wachstumspolitik des Konzerns aber selbstverständlich weiter verfolgen.

Nettogewinn steigt um zehn Prozent

Umsatz und operatives Ergebnis sollen demnach in etwa gleich bleiben, dafür aber soll das Nettoergebnis um weitere zehn Prozent steigen. Dass die Expansion im Mobilfunk stockt - zuletzt zog die TA beim Versuch, die bulgarische Mobiltel mehrheitlich zu übernehmen, den Kürzeren - erklärte Sundt mit der politischen Lage in einigen südosteuropäischen Ländern.

Diese habe es nicht zugelassen, Wachstumsschritte zu setzen. Aus dem Rennen sieht sich Sundt in Bulgarien dennoch nicht: "Wir glauben, dass wir Mitte des Jahres wieder in eine Verhandlungsposition kommen können in Bulgarien", sagte Sundt.

Die Golfregion, in der die TA nach dem Iran derzeit ein Engagement im Oman prüft, stelle jedoch kein Abweichen von den Kernzielmärkten am Balkan dar, versicherte die TA-Führung.

Zumal ein Funknetz im Golfemirat von der Größenordnung her nicht einmal aufsichtsratspflichtig wäre. Heißt auf gut Deutsch: Die Telekom Austria würde dort weniger als 30 Mio. Euro investieren - "Peanuts" im Vergleich zur 500 Mio. Euro schweren Kriegskasse.

Erstmals gibt es eine Dividende

Bis es so weit ist, dürfen sich die TA-Aktionäre freuen: Der Marktführer in Festnetz und Mobilfunk zahlt erstmals seit dem Jahr 2000 eine Dividende. Zur Ausschüttung kommt laut Finanzchef Stefano Colombo mit 45 Mio. Euro knapp die Hälfte des Gewinns, was pro Aktie 13 Cent entspricht.

Den um 948,4 Prozent auf 134,2 Mio. Euro gesteigerten Nettogewinn verdankt die TA-Gruppe einmal mehr ihrer Handytochter Mobilkom, die ihr Betriebsergebnis (Ebit) trotz langsam wachsenden Marktes um 5,4 Prozent auf 401,4 Mio. Euro steigerte.

Investitionen um zehn Prozent heruntergefahren

Außerdem wurden die Investitionen um zehn Prozent heruntergefahren. Der Beschäftigtenstand schrumpfte - dank des "Lehrer-Frühpensionsmodells" - um 1125 Mitarbeiter. Heuer fallen 200 Jobs weg.

Von der "Defensive in die Offensive" gehen will TA-Vorstand Rudolf Fischer, der heuer nur mehr zwei Prozent Umsatz verlieren will.

2003 waren es noch minus 2,5 Prozent und 2002 sogar minus 6,5 Prozent gewesen. Aus dem negativen Ebit von 34,3 Mio. Euro sollen schwarze Zahlen werden. (DER STANDARD Printausgabe, 25.03.2004 ung)

Share if you care.