Tochter missbraucht, Fotos ins Internet gestellt: Sieben Jahre Haft

1. April 2004, 10:43
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Urteil nicht rechtskräftig

Ein 47-jähriger Wiener wurde am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er seine zehn Jahre alte Tochter wiederholt missbraucht haben soll. Laut Anlage fertigte er dabei mit einer Digitalkamera Fotos an, die er dann ins Internet stellte. Das Urteil des Schöffensenats (Vorsitz: Johannes Jilke) ist nicht rechtskräftig, der Mann meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

"Ich hatte ein traumhaftes Verhältnis zu meiner Tochter", so der Angeklagte. Lediglich in Bezug auf Schulisches sei er "knallhart" gewesen: "Sonst hatte sie alle Freiheiten."

Nach der Scheidung der Eltern hatte der Vater das Sorgerecht für das Mädchen zugesprochen bekommen. Er zog mit dem Kind einer neuen Liebe wegen nach Ungarn, hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und lebte großteils von den finanziellen Zuwendungen seiner Ex-Frau.

Als die Zehnjährige im vergangenen Juni für ein paar Tage nach Wien auf Besuch kam, meinte sie zur Mutter, sie werde jetzt "endgültig" bei ihr bleiben: "Ich hab' mit dem Papa Sex haben müssen."

Laut Anklage bekam das Kind vor den Übergriffen Alkohol verabreicht, um "lockerer" zu sein. Der Papa habe ihr erklärt, er wolle sich ein "Einkommen" verschaffen, so die Zehnjährige auf einem Videoband, das man im gerichtlichen Vorverfahren im Beisein einer Kinderpsychologin aufgenommen hatte. Das ersparte dem Mädchen einen neuerlichen Zeugenauftritt.

Neben den Fotos habe sie auch Telefon-Sex mit fremden Männern gehabt. Der Vater habe ihr voll geschriebene Zettel vorgelegt, die sie dann vorlesen musste, so das Mädchen weiter.

Der Angeklagte hatte zunächst alles abgestritten. Darauf hin ließ das Gericht seinen PC beschlagnahmen. Dort fanden sich zwar keine Bilder seiner Tochter mehr, aber dafür umfangreiches kinderpornografisches Material. Damit konfrontiert, überraschte der 47-Jährige mit einem weit gehenden Geständnis, sich mehrfach an seiner Tochter vergangen zu haben.

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