Strasser sorgt für Heiterkeit in Island

21. März 2004, 19:17
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Kurzfilm mit Doku verwechselt - Minister nimmt seinen Irrtum mit Humor

Wien/Reykjavík - Österreichs Innenminister Ernst Strasser (VP) sorgt auch im fernen Island für Heiterkeit. Die Geschichte des "innanríkisrádherra Austurríkis", der einen Kurzfilm mit einer Doku verwechselte, schaffte es auf die Seite 2 der größten Tageszeitung Morgunbladid - allerdings mit einem falschen Bild. Statt Strasser wurde der frühere ÖAMTC-Präsident Walter Melnitzky abgedruckt.

Wie DER STANDARD berichtete, hatte Strasser Mittwoch bei einer Pressekonferenz erzählt, in Islands Hauptstadt Reykjavík würde die Polizei mit 400 Videokameras die Straßen überwachen, die Bilder seien live im TV zu sehen. Seine Quelle: Er habe eine Dokumentation auf Arte gesehen.

"Citizen Cam"

Tatsächlich hatte es sich dabei jedoch um den Kurzfilm "Citizen Cam" gehandelt. Egill Ólafsson, in dem Streifen der Schauspieler des überwachungswütigen Polizeichefs von Rekjavík, nimmt die Sache mit Humor. "Es zeigt offenbar, dass wir einen guten Film gemacht haben."

Der Kontrolle mittels Kameras, von denen es etwa 15 in Islands Hauptstadt gibt, steht Ólafsson ambivalent gegenüber: "Auf belebten Plätzen ist es nicht so schlecht, um Jugendliche von Vandalismus abzuhalten. Aber ich glaube nicht, dass man Menschen so kontrollieren kann, Verbrecher werden ausweichen."

Innenminister Strasser kommentierte am Donnerstag seinen Irrtum so: "Es zeigt, dass der Regisseur ein guter gewesen sein muss - und ist der Beweis, dass man sich einen Film immer bis zum Ende ansehen muss." (moe/DER STANDARD, Printausgabe 19.03.2004)

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