FPÖ für Vorschul-Pflicht, damit nur Deutsch sprechende Kinder in das Schulsystem kommen

1. April 2004, 19:08
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Bleckmann: Lehrer sollen im Sommer Nachhilfe geben

Wien - Eine verpflichtende Vorschule für all jene Kinder, die nicht den Anforderungen des Regelunterrichts folgen können, etwa weil sie nicht die deutsche Sprache beherrschen, forderte am Donnerstag FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann. Die freiheitliche Bildungssprecherin Mares Rossmann sprach sich darüber hinaus für eine Öffnung der Schulen im Sommer und Nachhilfeunterricht durch Lehrer in dieser Zeit aus. Außerdem sollten nicht nur Leistungsstandards für Schüler, sondern auch für Lehrer eingeführt werden. Um die Semesterferien 2005 zu verlegen, plant die FPÖ einen Antrag im Nationalrat.

Alle Kinder sollten die bestmögliche Ausbildung erhalten, begründet Bleckmann ihren Vorstoß auf Wiedereinführung der Vorschule, die "leider von der SPÖ abgeschafft wurde". Es gebe aber das Problem, dass Kinder nicht in der Lage seien, dem Unterricht zu folgen, etwa weil sie die Unterrichtssprache nicht verstünden. Dies führe bei Kindern und Lehrern zu großen Frustrationen. "Es muss daher eine Institution geben, die garantiert, dass nur Kinder in das Schulsystem kommen, die auch der deutschen Sprache mächtig sind - und das ist die Vorschule", sagte Bleckmann. Diese solle eine optimale Vorbereitung für die Schulanfänger bieten.

Kritik an Gehrers Bildungsstandards

Im Zusammenhang mit den vom Bildungsministerium geplanten Bildungsstandards für die vierte und achte Schulstufe meinte Rossmann, dass es zu wenig sei, Leistungen damit messbar zu machen. "Es müssen auch Empfehlungen daraus abgeleitet werden können, etwa ob ein Kind mittelschulreif ist", so die FP-Bildungssprecherin. Die Entscheidung, ob ein Kind in die AHS oder in die Hauptschule gehe, müsse aber weiterhin bei den Eltern liegen. Verpflichtende Leistungsstandards forderte Rossmann auch für Lehrer. Sie verwies dabei auf "erfolgreiche Modelle" in Kärnten und Oberösterreich, wo es verpflichtendes Feedback auch für Lehrer, Direktoren und die Schule gebe.

Für die Lehrer verlangt Rossmann ein Ende der Pragmatisierung, höhere Anfangsgehälter und die Aus- und Weiterbildung in den Sommerferien. In den Sommermonaten sollten die Schulen geöffnet bleiben - was rechtlich möglich sei, bisher aber von den Schulwarten blockiert werde - um Nachhilfe und Begabtenförderung durch Lehrer anzubieten.

Ferien verschieben?

Im Zusammenhang mit der Diskussion um eine Verlegung der Semesterferien 2005 für Wien und Niederösterreich kündigten die beiden FP-Politikerinnen einen Antrag im Nationalrat an. Entweder werde die Frist für die Festlegung der Ferien vom 31. Dezember 2003 auf Ende Mai oder Juni 2004 verlängert, oder die Ferien gleich per Gesetz in die erste Ferienwoche verlegt. Nach der derzeitigen Regelung würden die Semesterferien in Wien und Niederösterreich vom 7. bis zum 12. Februar dauern. Zur gleichen Zeit gebe es aber auch Ferien in sechs deutschen Bundesländern und in den Benelux-Staaten. Tourismus-Vertreter befürchten deshalb Überbuchungen, Autofahrerklubs massive Verkehrsbehinderungen. (APA)

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