Hau die Orange

14. April 2011, 17:01
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Ein Frühjahrsputz tut nicht nur der Wohnung, sondern auch dem Körper gut - Wenn Cellulite die Initialzündung gibt, umso besser

Es gibt sie alle Jahre wieder: die unvermutet schrecklichen Erlebnisse in Kleidergeschäften. Die Kabine ist eng, das Licht umbarmherzig. Gerade hat man sich aus den alten Winterklamotten geschält, um ein neue enge Sommerhose anzuprobieren. Man zwängt sich rein. Und plötzlich fällt ungewollt der Blick auf den Ganzkörperspiegel. Die Augenringe starren einen hässlich an, von den Unterschenkeln aufwärts strahlt die gräuliche Winterblässe. Ein bisschen überm Knie beginnen dann die vielen mehr oder weniger großen Dellen, die sich über die Hüften bis rauf zum Winterspeck rund um den Bauch ausbreiten. Wenn dann auch noch die Hose zu eng ist! Im Angesicht der Orangenhaut, wie Cellulite landläufig genannt wird, breitet sich totale Unzufriedenheit aus. Das Gute daran: Die meistens recht diffusen Abnehmpläne werden dann zu knallharten Vorsätzen. Die Cellulite, so der Wunsch, soll bis zur Badesaison verschwunden sein.

Ein Teil des Fitness-Planes

Die Eitelkeit aller Figurbewussten mahnt deshalb zur Disziplin. Dass man sie tatsächlich wegcremen könnte, glauben mittlerweile nur noch die wenigsten und wissen, dass die einschlägigen Kosmetikprodukte (die meisten wirken ja ohnehin erst nach vier bis sechs Wochen regelmäßiger Anwendung) immer nur Teil eines größer angelegten Fitness-Planes sein können.

Die Bausteine zum Erfolg: Ein groß-räumiges Bewegungsprogramm zu Muskelauf- und zu synchronem Fettabbau mindestens zweimal die Woche ist vonnöten. Eine simple Diät ist nach neuen Erkenntnissen auch schon längst keine gute Strategie mehr. Wer wirklich nachhaltig abnehmen will, sollte sich eine Ernährungsumstellung im größeren Rahmen überlegen. Wer jemals eine Saftfastenkur gemacht hat, weiß: Es ist jedes Mal aufs Neue beeindruckend, wie die Cellulite nach 14 Tagen schwindet und die Oberschenkel dellenfrei werden. Der Grund: Man hat keinen Zucker und kaum Kohlehydrate gegessen. Wer es also schafft, die Zuckerreduktion in den Alltag hinüberzuretten, tut auch seiner Eitelkeit etwas Gutes. Sorgfalt mit sich selbst ist generell eine gute Sache.

Selbstmassagen

Wenn das erst einmal implementiert ist, kommen die Cremen ins Spiel. Wie sie aufzutragen sind, steht auf den Beipackzetteln: "Mit den Handflächen in streichelnden Bewegungen vom Knie bis zur Hüfte auftragen, danach für eine bessere Durchblutung die gleiche Bewegung mit Druck ausführen", lautet eine der vielen Empfehlungen zur zweimal täglichen Anwendung. Schaden tut das dem Gewebe sicher nicht. Cellulite entsteht, weil die elastischen Fasern in der Haut, die zusammen mit den Kollagenfasern eine Art Netz bilden, nicht mehr straff genug sind und sich die Fettdepots aus den tieferen Hautschichten durchdrücken. Tägliches Durchkneten wirkt durchblutungsfördernd, vor allem auch weil in den vielen Cellulite-Produkten zahlreiche Substanzen enthalten sind, die das unterstützen. - Koffein zum Beispiel, aber auch Menthol.

Ganz generell haben die meisten Hersteller auch an neuen Duftkonzepten gearbeitet, verwenden Zitronenmelisse (Clarins), Minze und Lavendelöl (Payot), Grapefruit (Shiseido), Lotus (Nivea, Biotherm) oder Bitterorange (Sisley). Auch Aloe Vera (Annemarie Börlind) nimmt den Kampf gegen Orangenhaut auf. Damit sich das alles auch gut auf der Haut anfühlt, können Cellulite-Geplagte zwischen reichhaltigen Cremen, Milch und Gels auswählen. Härtere Bandagen bieten viele Dermatologen, die mit Methoden wie Vakuum oder Mesotherapie die Fettpölster wegkneten. Ohne Bewegung und Sport gelingt das langfristig allerdings auch nicht.

Eines sei an dieser Stelle aber auch bemerkt: Die Gewebestruktur bei Frauen hängt auch maßgeblich von den weiblichen Hormonen, den Östrogenen, ab. Deshalb haben Männer tendenziell auch kaum Cellulite. Am Ende also nun der wirklich hässliche Witz: "Warum haben Männer keine Cellulite?" Antwort: "Weil sie nicht schön ist." (Karin Pollack/Der Standard/rondo/15/01/2011)

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  • Cellulite Slim Performance ist eines von drei Slim-Produkten von Payot (43 Euro)Body-Silhouette von Annemarie Börlind (29,90 Euro)
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    Cellulite Slim Performance ist eines von drei Slim-Produkten von Payot (43 Euro)
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    foto: hersteller

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