Ölschinken

28. November 2010, 08:56
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Antipasto der absoluten Oberklasse, dessen geschmackliche Finesse selbst an novemberdunklen Tagen die Sonne aufgehen lässt

Weit unten, an der Mittelsohle des italienischen Stiefels, liegt die Basilicata. Wie die meisten Regionen des extremen Mezzogiorno war sie lange von Armut gezeichnet. Was die Lukanier aber keineswegs daran hinderte, besonderes Augenmerk auf die Freuden der Tafel zu legen: Wer sonst nichts hat, soll zumindest ordentlich essen.

Diese Gewissheit hat auch Pino Trinchitella in seinem Dorf Ruoti mit auf den Weg bekommen. Jahrelang verkaufte er Fisch für den in Wien und Graz tätigen Großhändler (und maßgeblichen Restaurantlieferanten) Da Rocco, jetzt machte er eine eigene Antipasteria samt kleiner Fischhandlung auf. Der Fisch kommt selbstredend vom früheren Arbeitgeber, die Spezialitäten, auch das Frischgemüse importiert Pino zum allergrößten Teil selbst.

So auch diese Würfel vom lokalen, luftgetrockneten Prosciutto, die zwecks besonderer Zartheit und Würze in Olivenöl eingelegt werden, das mit zwei Hälften eines frischen Lorbeerblatts aromatisiert wurde. Ein Antipasto der absoluten Oberklasse, von einer geschmacklichen Finesse und Expressivität, die selbst an novemberdunklen Tagen die Sonne aufgehen lässt - im Herzen. Öl nicht weggießen, sondern für Braterdäpfel o. Ä. verwenden! (corti/Der Standard/rondo/26/11/2010)

  • Fiocco di Prosciutto, EURO 12, bei Antipasteria/Pescheria Mare & Monti, Neustiftgasse 48, 1070 Wien, Tel.: 01/942 64 16
    foto: der standard

    Fiocco di Prosciutto, EURO 12, bei Antipasteria/Pescheria Mare & Monti, Neustiftgasse 48, 1070 Wien, Tel.: 01/942 64 16

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