Skopik & Lohn: Ausweitung der Gastzone

    29. Jänner 2010, 12:45
    25 Postings

    Das Skopik & Lohn in Wien-Leopoldstadt wurde auf über 100 Sitzplätze vergrößert - einen neuen Koch gibt es auch

    Knapp zwei Wochen hatte das Skopik & Lohn geschlossen, seit Dienstag abend ist wieder geöffnet. Durfte das von Constanze Fehle und Horst Scheuer geführte Lokal wegen der außergewöhnlichen, symbiotischen Qualität von Service, Küchenlinie und Gestaltungswillen der Betreiber schon bisher als Solitär unter den Wiener Lokalen gelten, so ist es seit dieser Woche wohl endgültig als das major Wirtshaus der Stadt etabliert.

    Das liegt nicht bloß an der stillen Pracht des Speisekartendesigns, das nunmehr in den Händen Alex Wiederins, des austro-amerikanischen Grafikers to the stars, liegt und den Bogen zwischen NYC-Diner, Pariser Brasserie und Wiener Wirtshaus mit souverän-subtilen Zitaten spannt. Oh nein: Das Skopik wurde um ein ganzes Stück größer, eine nebenan gelegene Wohnung in den Gastraum integriert, die Kapazität damit auf über 100 Sitzplätze erweitert. Das passierte mit Feingefühl, sodass die Ausweitung der Gastzone ganz und gar organisch erscheint - als ob es niemals anders gewesen wäre.

    Kapriziöse Minderleister-Allüren

    Mit Harald Doleschal (zuvor da Moritz, Gaumenspiel) scheinen Fehle und Scheuer endlich einen Mann für die Küche gefunden zu haben, dem die kapriziösen Minderleister-Allüren mancher Vorgänger fremd sind.

    Die Klassiker wie Gillardeau-Austern mit Cheddar-Pumpernickel, Blunze mit Krenpüree oder Steak Frites mit sündhaft geiler Sauce Béarnaise (unbedingt einen Extra-Tiegel verlangen!) gelingen mit routinierter Eleganz. Bei den Ravioli mit zart zimtiger Karotten-Fülle und Roten Rüben mit Senfgurke zeigt Doleschal, dass er die feinen Zwischentöne auch bei vegetarischen Gerichten drauf hat: Wie sich die Würze der Farce mit den erdig süßen Aromen der Rüben und der zartbitteren Säure der Senfgurke vermählt, ist schlicht sehr gut. Lauwarmer Saibling bekommt zur Vorspeise Gurkensalat und Erdnussknusper beigestellt, was sich ebenfalls sehr harmonisch zusammenfügt. Was das Glück vollkommen macht? Ein Gin Tonic mit natürlich fermentiertem Fentimans Tonic aus Nordengland! (Severin Corti/Der Standard/rondo/29/01/2010)

     

    Skopik & Lohn
    Leopoldsg. 17
    1020 Wien
    Tel.: 01/219 8977
    Küche tägl. 18-23.30 Uhr
    VS EURO 4-10 HS EURO 9,50-22 

    Fotos: Gerhard Wasserbauer

    • Zwei Wochen war die als Beisl maskierte Top-Brasserie der Stadt zu. Jetzt hat sie auf über 100 Sitzplätze erweitert.
      foto: gerhard wasserbauer

      Zwei Wochen war die als Beisl maskierte Top-Brasserie der Stadt zu. Jetzt hat sie auf über 100 Sitzplätze erweitert.

    • Das Essen? Noch besser!
      foto: gerhard wasserbauer

      Das Essen? Noch besser!

    Share if you care.