Halbe-halbe

23. Oktober 2009, 15:43
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Bitte mehr Halbflaschen, sagt Luzia Schrampf

"Halbflaschen sind etwas Feines", berichtet die beste Freundin über kulinarische Frankreich-Erfahrungen. Dass in dem Land, wo Mahlzeiten ohne simultanen Weingenuss (Frühstück ausgenommen) als Barbarei gelten, gerade gute und kostspieligere Weine auch in Halbflaschen zu 0,375 Liter angeboten werden, habe sie dort zu schätzen gelernt.

In der hiesigen Gastronomie ist diese Gebindegröße nicht sehr verbreitet, was schade ist. Wein in dieser Menge schafft man auch, wenn man allein essen geht. Speist man zu zweit, besteht die Möglichkeit, Verschiedenes auszuprobieren oder sich zur fischigen Vorspeise auf etwas Weißes, zum fleischigen Hauptgang auf Rotes zu einigen.

Kostspieligere Weine in Halbflaschen können auch in der Gastronomie interessant sein. Weine per Glas sind in hiesigen Breiten üblich, und das Angebot ist groß - vorausgesetzt, ihre Qualität hat nicht durch längeres Herumstehen als "Hansel", den letzten Rest Flüssigkeit in der Flasche, gelitten. Auf der Negativseite zu verbuchen ist, dass manche Wirte den Gast mit einer Weihnachtsgans verwechseln und mehr als kühne Preise für ein Glas Wein verlangen. Gegen ein vielfältiges Angebot mit vernünftiger Preisgestaltung hat sich allerdings noch niemand gesträubt. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/23/10/2009)

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    Gegen ein vielfältiges Angebot mit vernünftiger Preisgestaltung hat sich allerdings noch niemand gesträubt.

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