Das Kabel? Ein Strick.

9. April 2004, 16:29
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Ein Wohnungswechsel in Wien bringt nicht nur physisches Leid mit sich ...

... sondern auch einen entscheidenden Schwund des Programmangebots.

Ist die Satellitenschüssel einmal weg, bedeutet das im konkreten Fall und einer Vertragsunterzeichnung mit dem Wiener Kabelfernsehen nicht nur, dass man statt dem hübsch antiquierten "Niederösterreich heute" und dessen Landeshauptmann Erwin Pröll, der regelmäßig beim Einweihen von Spritzenhäusern beobachtet wird, das ungleich modernere "Wien heute" vorgesetzt bekommt.

Dort taucht der Wiener Landesfürst ungleich seltener, also nur ein statt dreimal pro Sendung auf. Und von im Haushalt ansässigen Kleinkindern muss außerdem bei den Wienern bitterlich eingemahnt werden, dass in einem Bundesland nicht nur Menschen, sondern auch Wau-Wau, T'atze und Muh-Kuh wohnen, die gefilmt werden möchten!

Vor allem ist beim Wechsel von der Schüssel zum Kabel ein plötzlicher Verlust sämtlicher interessanter deutscher dritter Programme zu verzeichnen. HR, NDR und vor allem WDR kann man sich ab sofort in die Haare reiben. Statt alter "Tatort"-Wiederholungen und der angeheiterten Kochsendung "Alfredissimo" nur mehr Stasi-Nostalgie auf MDR.

Auf SWR die hundertste Variation von herzhaften Eiernudeln - und der Bajuware hat ja bekanntlich nach dem Wegfall seines ambitionierten cineastischen Programms am späten Sonntagabend auch nur mehr "Unter unserem Himmel" zu bieten. Ich bin unglücklich. (schach/DER STANDARD; Printausgabe, 19.2.2004)

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