Vulkane und Mühlsteine

    14. Februar 2004, 15:08
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    Vom Winter zum Frühling: Einfache Tour in der Südoststeiermark

    Die Gegend um Bad Gleichenberg in der südöstlichen Steiermark gilt als besonders idyllisch. Heute. Vor rund 15 Millionen Jahren tobten dort mächtige Vulkane, deren Ausbrüche vermutlich stärker waren als jener des Vesuvs anno 79, als Pompeji und Herculaneum verschwanden. Damals reichte ein "Feuerkreis" von der Slowakei bis nach Graz. Bei gewaltigen Eruptionen vor fünf Millionen Jahren entstanden die berühmten Heilquellen von Bad Gleichenberg, die bereits die Römer nutzten.

    Der Gleichenberger Kogel und der daneben liegende Bschaidkogel, früher oft als Gleichenberger Zwillinge bezeichnet, sind die nicht gerade imposanten Überbleibsel der einstigen Vulkane. Im Laufe der Zeit sind die früher hoch aufragenden Kegel zu Mugeln erodiert, über die viele Wanderwege verlaufen. Der Bschaidkogel wird seltener bestiegen als der Gleichenberger Kogel, dessen Spitze einst eine Aussichtswarte trug. Etliche freie Flächen bieten eine schöne Sicht über die reizvolle Gegend, in der sich der Frühling sehr früh ankündigt.

    Auf der als Waldlehrpfad ausgeschilderten Runde kommt man an einem Steinbruch mit bizarren Felsfiguren vorbei, in dem bis zum Ersten Weltkrieg Mühlsteine gewonnen wurden. Mit etwas Fantasie kann man in der weit gehend erhaltenen Anlage den Produktionsvorgang rekonstruieren.

    Die Wanderung bereitet keinerlei Schwierigkeiten und ist auch bei geringer Schneelage leicht zu absolvieren. Sie bietet viel Abwechslung, auf ein Gasthaus oder eine Schutzhütte muss man allerdings verzichten. Dies spielt jedoch bei der relativ kurzen Gehzeit und den geringen Höhenunterschieden kaum eine Rolle.

    Die Route: Von der evangelischen Kirche in Bad Gleichenberg wandert man auf der Erzherzog-Johann-Promenade Richtung Gleichenberg-Dorf und folgt dann dem nach rechts abzweigenden Waldlehrpfad bis zu einer Unterstandshütte. Auf dem Weg Nr. 12 gelangt man auf die Südseite des Gleichenberger Kogels und dessen Spitze. Gehzeit 1¼ Stunden. Direkt nach Norden (Weg Nr. 12a) steigt man wieder zur Unterstandshütte ab und folgt dem Waldlehrpfad nach rechts in den Sattel vor dem Bschaidkogel. Dort wählt man Weg Nr. 13 zum Mühlsteinbruch. Über einen Rücken geht es hinab zum Beginn des Eichgraben, von dort zurück zum Ausgangspunkt. (DER STANDARD, ALBUM, Printausgabe vom 14./15.2.2004)

    Von
    Bernd Orfer

    Gehzeit ab Gleichenberger Kogel 1¼ Stunden. Gesamtgehzeit 2½ Stunden, Höhendifferenz rund 300 m. Kein Stützpunkt. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 192 (Feldbach)

    • Region Bad Gleichenberg
      foto: tiscover

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