Redezeit etc.

9. April 2004, 16:29
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"Treffpunkt Kultur": Wenn vier Leute (inkl. einer Moderatorin), die sonst kaum jemals mit einander geredet haben ...

... geschätzte 20 Minuten über "Kunst und Körper" diskutieren sollen, und dabei auch noch durch Videozuspielungen unterbrochen werden, während einer der Diskutanten auch noch unbedingt seine Krawatte besprechen will - wie viel Redezeit bleibt da letztlich für jede(n) einzelne(n) Teilnehmer(in)?

Solche Rechenbeispiele halten den Treffpunkt Kultur weiterhin nicht davon ab, das Unmögliche zu wagen, also zum Beispiel am Montag Peter - so das falsche Insert - "Weibl", Bernd Marin und die Künstlerin Gudrun Kampl im Studio zu versammeln. Von Kampls Kunst sah man nichts, dafür wurde vorher ein Kunstfotograf und zwischendurch ein "Kunstwerk des Monats" gepriesen. Marin zeigte seine Tangotanzkrawatte, Weibel dürfte sich gefragt haben, ob es für diese fünf Minuten Redezeit einen Anflug aus Karlsruhe denn wirklich braucht, und zwischendurch wurde wiederum Kampl von Barbara Rett gefragt, wem sie hier gefallen möchte. Seltsam? Nein, viel eher eine weitere vergeigte Chance in einem Sende-Schwerpunkt, der zeitweilig durchaus von feuilletonistischer Ambition zeugte. Aber guter Wille allein ...

Letztes Mal, als Rolf Hochhuth allein mit Rett diskutieren durfte - das war viel besser. (cp/DER STANDARD; Printausgabe, 11.2.2004)

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