UN fordern gerechte Verteilung des Profits aus Artenvielfalt

19. Juli 2004, 12:03
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Wissen über die Züchtung und Anwendung spezieller Pflanzen sei weiterzugeben

Kuala Lumpur - Im Kampf gegen Biopiraterie haben die Vereinten Nationen eine bessere Beteiligung der Entwicklungsländer am Profit aus ihrem Artenreichtum gefordert. Traditionelles Wissen über die Züchtung und Anwendung spezieller Pflanzen etwa zu medizinischen Zwecken würden heute zu einem riesigen globalen Markt beitragen, betonten das UN-Umweltprogramm UNEP und die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) am Dienstag bei der Vorstellung einer gemeinsamen Studie auf der Artenschutzkonferenz in Kuala Lumpur.

Faire Beteiligung

"Die faire und angemessene Beteiligung derer, die über wertvolle genetische Ressourcen und Wissen verfügen, bedeutet einen doppelten Gewinn", sagte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Solche Einkommen würden nicht nur die Armut lindern, sondern der Bevölkerung auch Antrieb verleihen, die wertvolle Artenvielfalt zu schützen. Die in Kuala Lumpur diskutierte Schlüsselfrage sei allerdings, ob freiwillige Vereinbarungen zwischen Firmen und der Bevölkerung ausreichten, oder ob dies durch ein rechtsverbindliches internationales Abkommen geregelt werden müsse.

Heilmittel sterben mit

"Die Natur war immer und wird zunehmend ein wahrhaftiger Schatz für neue und neuartige Verbindungen und Produkte sein", ergänzte Töpfer. "Das voranschreitende Artensterben bedeutet jedoch auch, dass vermutlich zahlreiche vielversprechende Heilmittel, ebenso wie Gesundheits- und Industrieprodukte, mit alarmierender Geschwindigkeit verloren gehen." Die UNEP/WIPO-Studie hatte exemplarisch die Nutzung eines Reis-Gens und einer indischen Kräutermedizin durch die globale Wirtschaft untersucht. (APA)

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