Schlag gegen die Nigeria-Connection

16. Februar 2004, 10:53
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In Amsterdam wurden bei einer Großrazzia mehr als 50 E-Mail-Betrüger festgenommen

Laut einer Meldung von heise gelang niederländischen Behörden ein erfolgreicher Schlag gegen E-Mail-Betrüger der so genannten "Nigeria-Connection". Im Zuge einer Großrazzia wurden 52 Personen in Amsterdam festgenommen.

4000 Dollar pro Betrug

Die Nigeria Connection ist mittlerweile wohl jedem E-Mail-User ein Begriff. Laufend finden sich in den elektronischen Postfächern Mails, die zahlungswilligen Investoren den großen Gewinn versprechen, wenn sie bereit sind einige Kosten zu übernehmen. Oft handelt es sich bei den angeblichen Absendern um ehemalige hohe Beamte oder deren Familienmitglieder, die eine große Summe Geldes oder gar einen enormen Goldschatz aus dem Land schaffen wollen und dafür nur ein bisschen Kleingeld benötigen. Trotz der mittlerweile sehr umfangreichen Aufklärungskampagnen dürften sich noch immer Leute finden, die tatsächlich Geld überweisen. Pro erfolgreichem Betrugsfall sollen so bis zu 4000 Dollar ergaunert werden.

Enormer Wirtschaftsfaktor

Die E-Mail-Betrügereien haben sich in Nigeria schon zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Von offizieller Seite küngit man schon seit einiger Zeit rigorose Untersuchungen und ein Ende der Aktivitäten an. Neben dem erst vor kurzen geschaffenen Paragrafen 419, der derartige E-Mail-Betrügereien unter Strafe stellt, wurden auch schärfere Polizeimassnahmen angekündigt.

Millionen Euro Schaden

Die Großrazzia in Amsterdam richtete sich nun gegen einen Kreis von rund 50 Personen. Die Ermittler werfen diesen vor, mit E-Mail-Betrug schon Millioen Euro Schaden angerichtet zu haben. Insgesamt waren 80 Beamte an den Hausdurchsuchungen beteiligt und 52 Personen wurden inhaftiert. Die Beamten fanden größere Geldbeträge und beschlagnahmten zahlreiche Computer, Mobiltelefone und gefälschte Dokumente. Den ausschlag für die Razzia soll der niederländische Internet-Provider UPC gegeben haben, der die Behörden informiert hatte, dass in regelmäßigen Abständen die Mailserver des Unternehmens mit Betrugsmails überlastet wurden.(red)

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heise

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