Rudolf Mößbauer feiert seinen 75er

30. Jänner 2004, 22:20
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"Mößbauer-Effekt" nach Nobelpreisträger benannt

München - Mit seinem nach ihm benannten Effekt hat der deutsche Experimentalphysiker Rudolf Mößbauer der Wissenschaft einen bis dahin nicht bekannten Zeitmaßstab von extremer Genauigkeit gegeben. Der Lohn für seine Forschungen als junger Wissenschafter auf dem Gebiet der Gammastrahlung war 1961 der Nobelpreis für Physik, den er als damals 32-Jähriger gemeinsam mit dem Amerikaner Robert Hofstadter erhielt.

Praktische Bedeutung gewann der "Mößbauer-Effekt" in Spektrometern, mit denen die genaue chemische Umgebung bestimmter Elemente ermittelt werden kann. So haben die jüngst auf dem Mars gelandeten Roboter "Mößbauer-Spektrometer" an Bord, um die eisenhaltigen Mineralien auf dem Mars zu untersuchen.

Würdigung

"Rudolf Mößbauer gehört zu den bekanntesten Wissenschaftern unserer Stadt und hat zum Rang und Ruf Münchens als Zentrum für Forschung und Wissenschaft einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet", würdigte Oberbürgermeister Christian Ude den Jubilar, der an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag feiert.

Nach Forschungen an der kalifornischen Universität Pasadena kehrte der gebürtige Münchner 1964 in seine Heimatstadt zurück. Zur Bedingung seiner Rückkehr hatte er gemacht, dass die Fakultät für Physik an der Technischen Universität München nach amerikanischem Vorbild völlig neu organisiert wurde. Als ordentlicher Professor für Experimentalphysik baute Mößbauer das Physik-Departement mit Reaktorstation Garching der Technischen Universität neu auf.

In den vergangenen Jahren wandte sich Mößbauer im Rahmen eines internationalen Projekts vor allem der Erforschung der Neutrinos zu und baute in Italien ein unterirdisches Laboratorium mit auf. Seit 1997 ist der mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte Wissenschafter emeritiert. (APA/dpa)

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