UNO-Tribunal: Teilschulderklärung von Babic akzeptiert

29. Jänner 2004, 19:32
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Staatsanwaltschaft zog weitere Anklagen gegen den Ex-Serbenführer zurück - Anklage schlägt maximal elf Jahre Haft vor

Den Haag - Das UNO-Tribunal in Den Haag hat am Mittwoch das Teilschuldeingeständnis des früheren kroatischen Serbenführers Milan Babic vom Vortag angenommen. Der jetzt 47 Jahre alte Zahnarzt hatte sich am Dienstag im Rahmen einer Vereinbarung mit der Anklage dazu bekannt, 1991/1992 im Kroatien-Konflikt Menschen andere Bevölkerungsgruppen aus rassistischen, politischen und religiösen Gründen verfolgt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat im Gegenzug weitere Anklagen gegen Babic zurückgezogen.

Anfang April sollen alle Beteiligten zum Strafmaß gehört werden, entschied das Gericht am Mittwoch. Die Anklage hat als Teil der Vereinbarung den Richtern eine Haftstrafe für Babic von nicht mehr als elf Jahren empfohlen. In ihrem Urteil können sich die Richter aber über die Empfehlung hinwegsetzen und auf maximal lebenslang entscheiden, wie sie bereits am Dienstag betonten.

Babic sagte Zusammenarbeit zu

Als Teil der Abmachung erklärte sich Babic bereit, mit dem UNO-Gericht in anderen Kriegsverbrecherprozessen zusammenzuarbeiten. Im Verfahren gegen den früheren serbischen und jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic sagte er bereits als Zeuge aus. Babic war nach der Abspaltung Kroatiens von Jugoslawien 1991 Präsident der selbstproklamierten Serbischen Republik Krajina. Auf Betreiben von Milosevic wurde er ein Jahr später aber abgesetzt.

NATO-Friedenstruppen in Bosnien-Herzegowina nahmen einen Leibwächter des früheren bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic fest. Nach Polizeiangaben handelt es sich um Zeljko Jankovic, der unter dem Spitznamen "Luna" bekannt ist. Karadzic und sein einstiger Militärchef Ratko Mladic sind vor dem Kriegsverbrechertribunal unter anderem angeklagt wegen Beteiligung an dem Massaker von Srebrenica, dem 1995 bis zu 8.000 Muslime zum Opfer fielen. Sie sind beide flüchtig. (APA/dpa/AP)

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    Ex-Serbenführer Babic hat eine Abmachung mit dem UNO-Tribunal getroffen: Er erklärte sich dazu bereit, mit dem UNO-Gericht in anderen Kriegsverbrecherprozessen zusammenzuarbeiten.

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