Vier Tote bei Arbeiterprotesten

26. Jänner 2004, 13:45
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Reformorientierter Abgeordneter verurteilt Polizeiaktion in Provinz Kerman

Teheran - Bei der gewaltsamen Zerschlagung von Arbeiterprotesten in der iranischen Provinz Kerman sind vier Menschen getötet worden. Zahlreiche weitere Demonstranten seien bei den Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften am Samstag schwer verletzt worden, teilte der reformorientierte Abgeordnete der Provinz, Mansur Soleimani Meimandi, am Sonntag in einer vom staatlichen Rundfunk übertragenen Parlamentssitzung in Teheran mit.

Kupferfabriks-Arbeiter forderten Festanstellungen

Arbeiter einer Kupferfabrik im Dorf Chatunabad in der Nähe von Shahrebabak hätten auf der Demonstration Festanstellungen eingefordert, weswegen sie auch bereits mehrere Tage gestreikt hatten. Die Behörden hätten in Spezialeinheiten angefordert, die das Dorf mit Unterstützung von Hubschraubern gestürmt hätten. Im Iran gibt es kein Streikrecht.

"Die Bevölkerung gedemütigt"<(n>

Meimandi verurteilte das Vorgehen der Behörden. Die "illegale Polizeiaktion" habe "die Bevölkerung gedemütigt". Der Abgeordnete beteiligt sich an dem seit zwei Wochen dauernden Sitzstreik reformorientierter Parlamentarier, die gegen den Ausschluss tausender Kandidaten von der Parlamentswahl durch den konservativen Wächterrat protestieren. (APA)

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