Gaza: Elfjähriger Palästinenser erschossen

23. Jänner 2004, 09:20
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Israelische Armee verwechselte spielende Kinder mit Bombenlegern

Gaza - Israelische Besatzungssoldaten haben am Donnerstag im Gaza-Streifen einen elfjährigen Palästinenser erschossen und zwei weitere Kinder verletzt. Nach Augenzeugenberichten hielten sich die Buben auf einem Feld nordöstlich der Stadt Gaza auf, um Vögel zu fangen. Die Kinder hätten Fangnetze auf dem Boden ausgebreitet und sie mit Erde bedeckt, als die Truppen das Feuer eröffneten. Die israelischen Soldaten seien offenbar davon ausgegangen, dass es sich um militante Palästinenser handelte, die Bomben legen wollten, meinten palästinensische Augenzeugen. Ein Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.

Offensive im Gaza-Streifen fortgesetzt

Die israelischen Streitkräfte hatten am Mittwoch ihre Offensive im südlichen Gaza-Streifen fortgesetzt und zahlreiche Häuser in Rafah niedergerissen. Von Schüssen der Soldaten wurde eine 31 Jahre alte Frau getötet. Zwei Halbwüchsige und eine weitere Frau wurden von den Kugeln schwer verletzt. In den vergangenen Tagen zerstörten die israelischen Besatzungstruppen in dem Flüchtlingslager von Rafah die Häuser von 400 Menschen und eine Moschee. Nach israelischer Darstellung wurden die Gebäude von palästinensischen Heckenschützen benutzt. Der internationale Friedens-Fahrplan (Roadmap) verpflichtet Israel, die kollektiven Strafmaßnahmen einzustellen, zu denen die Häuserdemolierungen gehören. Das Vorgehen verstößt massiv gegen die Vierte Genfer Konvention über die Behandlung der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten. (APA/dpa/AP)

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