Post sucht weitere Ost-Brieffreunde

30. Jänner 2004, 19:55
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Nach dem erfolgreichen Markteintritt in Kroatien, Slowenien und der Slowakei wollen die heimischen Postfüchse nun in Tschechien, Ungarn und Rumänien zustellen

Die von der Österreichischen Post 2002 gestartete Expansion in Zentral- und Osteuropa ist erfolgreich angelaufen. 2003 brachte das in Kroatien, Slowenien und der Slowakei aufgezogene Geschäft mit Kurier-Express-Paket-Diensten (KEP) knapp 20 Millionen Euro Umsatz, zog Post-Generaldirektor Anton Wais am Donnerstag Bilanz. Das operative Geschäft sei bereits profitabel.

Paket- und Expressdienste

Klassische Briefe trägt die Post in den neuen Märkten nicht aus – sie lässt sich auf einen "Fight" mit den staatlichen Monopolisten erst gar nicht ein. Anders bei den Paket- und Expressdiensten, hier ortet Wais ein riesiges Marktpotenzial für Logistikdienste. Demnächst soll auch der Versandhandel bedient werden.

Überlegt wird auch, in das zum Teil noch völlig unterentwickelte "Directmailing" einzusteigen, das lukrative Geschäft mit Werbematerial, das direkt an die Haushalte verteilt wird. Wais geht davon aus, dass das Zettelverteilen ein "Bombengeschäft" sein könnte. Ob die Post AG tatsächlich zu einer slowenischen, kroatischen oder slowakischen "Feibra" wird, hänge von Marktanalysen ab.

Drei bis vier Millionen jährlich

Die Kosten der postalischen Expansion, die spätestens 2006 auch Ungarn, Tschechien und Rumänien erreichen sollte, wollte Wais nicht beziffern. Früheren Informationen zufolge dürften sich die Aufwendungen aber in Grenzen halten, Beobachter sprechen von drei bis vier Millionen Euro per annum.

Im Prinzip geht die Post immer nach dem gleichen Muster vor: Sie kauft einen etablierten Anbieter oder gründet neue Unternehmen. In Kroatien übernahm sie die ehemalige Export-Import-Firma Overseas Express und ist mit 18 Prozent Marktanteil bereits die Nummer 2 bei Geschäftspaketen – hinter der Kroatischen Post.

Nummer 2

In der Slowakei bringt sie es mit ihren zwei Töchtern Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time auf 18 Prozent Paketmarktanteil und ist damit dort ebenfalls Nummer 2.

Das Netzwerk von Yellogistics in Slowenien wurde im Mai 2002 "auf der grünen Wiese" gegründet. Heute ist es mit 13 Prozent Marktanteil bereits Nummer 3. Insgesamt beförderten die Postfüchse im Ausland rund 3,3 Millionen Pakete, heuer sollen es bereits fünf Mio. Stück werden. Zum Vergleich: Am Heimmarkt Österreich waren es rund 40 Mio.

Umsatz und Ergebnis gesteigert

2003 hat die Post den Umsatz um zwei Prozent auf 1,5 Mrd. Euro und das Betriebsergebnis auf 45 Mio. Euro gesteigert. (DER STANDARD Printausgabe, 23.1.2004)

Luise Ungerboeck aus Zagreb

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    Die Post plant Übernahmen im Osten, erklärte Post-Generaldirektor Anton Wais am Donnerstag

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