betandwin-Tochter rittert um Hauptsponsorschaft bei Fußball-WM 2006

28. Jänner 2004, 12:35
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Atypische betandwin-Beteiligung in Deutschland bereit zur Zahlung von 12,9 Millionen Euro in bar

Der Name des börsenotierten österreichischen Sportwettenanbieters "betandwin" könnte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland die größte Medienpräsenz seiner Geschichte erleben. Die deutsche betandwin e.k., an der die Österreicher über eine atypische stille Beteiligung 50 Prozent halten, bewirbt sich nämlich als Hauptsponsor bei der WM 2006. Als Gegenleistung für Sponsorgelder von 12,9 Mio. Euro winken breite Medienpräsenz sowie ein "großes Paket werblicher Maßnahmen", bestätigte das Unternehmen auf Anfrage.

"Wir würden uns sehr freuen"

"Wir würden uns sehr freuen, wenn ein Sponsorvertrag zu Stande käme", erklärte betandwin-Pressesprecherin Karin Klein der APA. Sie bestätigt damit einen Bericht in der Ausgabe des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vom 19. Jänner. Auf Fußball entfielen schließlich knapp zwei Drittel der Einsätze von Online-Sportwetten, die wiederum 37 Prozent der betandwin-Umsätze ausmachten. Und eine Fußball-WM sei schließlich das am meisten beachtete Ereignis auf diesem Feld.

Laut dem Vizepräsidenten des Organisationskomitees (OK) für die Fußball-WM, Wolfgang Niersbach, komme eine Kooperation mit betandwin aber nicht in Betracht, "weil das OK per Staatsvertrag an Oddset gebunden ist und Geld aus den Wettkassen für sein Kulturprogramm zur WM erhält", schreibt der "Spiegel". Die private betandwin hält aber trotzdem an ihrem Angebot fest.

OK muss entscheiden

Der Ball der Entscheidung liegt jetzt beim OK unter der Leitung von Franz Beckenbauer. Formal hat sich das OK zwar bereits für den staatlichen deutschen Wettanbieter Oddset entschieden, der allerdings nur 4,5 Mio. Euro in bar zahlen würde anstatt der für Hauptsponsoren üblichen 12,9 Mio. Euro. "Wir hoffen, dass das OK wirtschaftliche Überlegungen in den Vordergrund rückt und sich anders entscheidet", sagte Hartmut Schultz als Sprecher der deutschen betandwin-Tochter.

Für 12,9 Mio. Euro biete die WM eine enorme Medien- und Werbepräsenz. Zudem würde eine Sponsorship nicht nur wirtschaftlich Sinn machen, sondern auch thematisch: Denn "wir sind der innovativste Wettanbieter mit der größten Wettangebot in Deutschland". Eine endgültige Entscheidung sollte in den nächsten Wochen fallen. "Die Tür steht weit offen, wir stehen als nationaler Sponsor zur Verfügung", erklärte Schultz.(APA)

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