Milo Dor und Ortolf Harl geehrt

29. Jänner 2004, 11:48
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Schriftsteller und Stadtarchäologe erhalten Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien

Wien - Der Schriftsteller Milo Dor (80) und der ehemalige Wiener Stadtarchäologe Ortolf Harl (62) sind am Mittwoch von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden. Er freue sich, mit Dor und Harl zwei Persönlichkeiten auszuzeichnen, die sich beide mit der Vergangenheit beschäftigten sowie Licht in diese brächten, um aus ihr zu lernen, an sie zu erinnern und sie besser zu verstehen, so Mailath-Pokorny in seiner Rede.

Dor sei eine Stimme der Vernunft, eine aufgeklärte Stimme - während des Balkankriegs, aber auch jetzt, wo sich Europa neu konstituiere, so der Kulturstadtrat. Harl wiederum habe das Amt des Stadtarchäologen geformt und mit seiner Arbeit ein Fundament geliefert, auf das man heute aufbauen könne.

"Ein zweites Leben"

Franz Leo Popp, Direktor der Literar-Mechana, würdigte Milo Dor nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Übersetzer und Standesvertreter. So habe Dor vielen serbischen Autoren zu einem zweiten Leben in deutscher Sprache verholfen. Bei Verhandlungen um die Durchsetzung standespolitischer Interessen sei es Dor gelungen, mit fachlicher Kompetenz, natürlicher Autorität und persönlichem Charme eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens aufzubauen.

Ortolf Harl sei ein Leben lang "ein Forschender gewesen, ein Suchender, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere", sagte Bernhard Denscher, Leiter des Kulturamtes der Stadt Wien. Seine wichtigsten Projekte seien die Ausgrabungen in Unterlaa, am Michaelerplatz und am Judenplatz. (APA)

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    Milo Dor

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