Zurückgebildete Metastasen des Dickdarmkrebses

21. Jänner 2004, 20:17
posten

... vorerst im Reagenzglas

Frankfurt/Main - Metastasen des Dickdarmkrebses lassen sich offenbar zurückbilden. Dies gelang Wissenschaftern des israelischen Weizmann-Instituts in Rehovot zumindest im Reagenzglas.

Die Mediziner versprechen sich von ihren Forschungen die Entwicklung neuer Medikamente, die die Ausbreitung der metastasierenden Krebszellen des Dickdarms verhindern oder zurückdrängen können. In den westlichen Industriestaaten ist das so genannte Kolonkarzinom bei Männern die zweithäufigste und bei Frauen die dritthäufigste Tumorerkrankung.

Große Mengen Beta-Catenin

Die Forscher hatten im Zellkern von Dickdarmkrebs-Metastasen ungewöhnlich große Mengen Beta-Catenin entdeckt. Dieses Molekül aktiviert ein bestimmtes Gen und löst dadurch einen Mechanismus aus, an dessen Ende sich die Krebszelle vom Gewebe löst und abwandert, um in einer entfernten Stelle einen weiteren Tumor zu bilden. Offenbar unterbindet das aktivierte Gen die Produktion eines zweiten Moleküls namens E-Cadherin, das in Zusammenarbeit mit Beta-Catenin wie eine Art Kleber wirkt und im Normalfall so die Abwanderung und Streuung von Krebszellen verhindert.

Je niedriger also die Mengen an Beta-Catenin sind, desto höher ist die Produktion von E-Cadherin und desto eher kleben die Zellen zusammen und verlieren ihre metastatischen Eigenschaften, wie die Wissenschaftler berichten. Und genau diesen Prozess wollen die Experten nun in Darmkrebs-Patienten herbeiführen, um die Bildung von Tochtergeschwulsten zu verhindern. (APA/AP)

Share if you care.