Strombörse spitzt auf CO-Handel

21. Jänner 2004, 19:45
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Verschmutzungszertifikate "interessantes Zubrot" - Aufwand gering

Graz/Wien - Die Energy Exchange Austria (EXAA) in Graz, einzige Strombörse des Landes, rechnet sich gute Chancen aus, den 2005 startenden Handel mit Emissionszertifikaten auf ihre Plattform zu bringen. "Für uns wäre das ein interessantes Zubrot", sagte EXAA-Vorstand Ludwig Niessen dem STANDARD. "Der Investitionsaufwand wäre minimal, da wir nur die Software nachrüsten müssten."

Vorteile hätte der Zertifikathandel über die EXAA wegen der geringen Spesen auch für die interessierten Unternehmen. Niessen: "Wir denken an eine Jahresgebühr von 1200 Euro plus eine Kommission von drei Prozent vom Preis jeder gehandelten Tonne CO."

250 Anlagen betroffen

Von den neuen Regeln zur CO-Reduktion mittels Emissionsrechten und Zertifikatshandel sind in Österreich etwa 200 Unternehmen mit rund 250 Anlagen betroffen. Industrie und Ministerium liegen sich in den Haaren. Die Industrie fürchtet um ihre Wettbewerbsfähigkeit, wenn sie in der Folge Verschmutzungszertifikate nachkaufen muss.

EXAA-Vorstand Niessen jedenfalls mahnt eine rasche Entscheidung der Politik ein, wo die Registrierstelle für die Zertifikate angesiedelt wird. Von dort würde die EXAA die Daten beziehen. Interesse für die Registrierstelle haben dem Vernehmen nach das Umweltbundesamt und die Austrian Power Clearing & Settlement (APCS) angemeldet.

Vor dem finanziellen Aus vieler alternativer Stromerzeuger hat unterdessen der Biomasseverband gemahnt. Da die Förderungen auf dem Niveau von 2003 eingefroren wurden, ergebe sich ein Finanzierungsloch von 32 Mio. Euro für Ökostrom, sagte der Obmann des Biomasseverbandes, Heinz Kopetz. (DER STANDARD Printausgabe, 15.01.2004, Günther Strobl)

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