Britische Initiative drängt auf Rückgabe der Parthenon-Figuren

23. Jänner 2004, 12:40
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Organisation "Marbles Reunited" fordert Rückkehr der Marmor-Skulpturen nach Athen

London - Eine Initiative zur Rückgabe der bedeutenden Parthenon-Figuren vom Britischen Museum an Griechenland ist am Mittwoch in London ins Leben gerufen worden. Zu den Unterstützern der der neuen Organisation "Marbles Reunited" gehören unter anderem der ehemalige Außenminister Robin Cook, die Schauspielerin Vanessa Redgrave und verschiedene britische Spitzensportler. Die vor 200 Jahren ins Vereinigte Königreich geschafften antiken Skulpturen gehörten nach Athen, wo ein eigens anlässlich der kommenden Olympischen Spiele gebautes Museum auf die "Elgin Marbles" warte, forderte die Organisation.

Die griechische Regierung verlangt seit 20 Jahren vergeblich die Rückgabe der fast 2.500 Jahre alten Marmor-Figuren, die Lord Elgin zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus Athen nach London gebracht hatte. Sie schmückten einst den Parthenon-Tempel der Akropolis. Cook nannte die Entfernung der Skulpturen von ihrem angestammten Platz "einen unehrenhaften mutwilligen Akt der Zerstörung".

Erhaltung

Das Britische Museum hat jedoch wiederholt klar gemacht, dass die Parthenon-Figuren auf keinen Fall für die Olympischen Spiele 2004 an Griechenland ausgeliehen, geschweige denn auf Dauer zurückgegeben werden. Als Hauptargument gegen die Rückgabe nennt das Britische Museum, dass die Figuren in London besser erhalten und besser ausgestellt werden könnten.

Erst im vergangenen Oktober hatte der griechische Ministerpräsident Kostas Simitis den britischen Premierminister Tony Blair bei einem EU-Treffen in Brüssel vergeblich um Hilfe bei der Rückführung gebeten. Die Rückgabe gilt in Griechenland als ein "Ziel von nationaler Bedeutung". (APA/dpa)

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