Ein klarer Bonus für den Süden

13. Jänner 2004, 19:02
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Hillary Clinton könnte 2008 ein Gesetz der Serie durchbrechen

Der letzte demokratische "Lawmaker" – Gesetzesmacher, somit also Senator oder Kongressabgeordneter – der die Präsidentschaft errang, war John F. Kennedy im Jahr 1960. Der letzte Demokrat aus dem Norden der USA, der Präsident wurde, war ebenfalls John F. Kennedy im Jahr 1960.

Wenn die Demokraten sich nach diesen Vorgaben richten sollten, dann müsste ihre Wahl auf einen Kandidaten fallen, der aus dem stetig schwindenden Fundus der Südstaaten-Demokraten stammt. Und: Es müsste ein Kandidat sein, der eben nicht im Kongress sitzt.

Der chancenreichste der Anwärter, Howard Dean, erfüllt zumindest eine der genannten Voraussetzungen, nämlich die, kein Gesetzesmacher in Washington zu sein. Als Gouverneur aus Vermont geht ihm aber der Südstaatenbonus ab. Ein zweiter, Wesley Clark, nimmt als Berufssoldat die begehrte Außenseiterstelle ein. Und er stammt aus dem Süden, aus Arkansas.

Abgesehen von chancenlosen Kandidaten wie Carol Mose^ley Braun und Al Sharpton, sind die restlichen Kandidaten "Washington-Insider", von den Senatoren John Kerry, John Edwards und Joe Lieberman bis zu den Kongressabgeordneten Richard Gephardt und Dennis Kucinich.

Sollte es niemandem gelingen, Bush aus dem Sattel zu heben, bleiben immer noch das Jahr 2008 und die Hoffnung auf Hillary Clinton: Verschwörungstheoretiker gehen sogar von der Vermutung aus, dass Clintons Anhänger eine Niederlage bei den Wahlen herbeisehnen, damit ihre Kandidatin in vier Jahren dann umso überzeugender siegen kann. Hillary könnte die Regel "Kein Gesetzgeber aus dem Norden" durchbrechen: Sie stammt aus Illinois und ist Senatorin aus New York. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2004)

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