Die ganze Spannweite des Forschungsdachs

18. Jänner 2004, 20:10
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Tirol etabliert sich als Technologiestandort

74 Prozent der Tiroler Industriebetriebe wollen ihre Forschungsaktivitäten steigern, so das Ergebnis einer Umfrage der Industriellenvereinigung (IV). Auch Klein- und Mittelbetriebe zeigen zunehmend Interesse an Forschungskooperationen. Hintergrund: Das Land Tirol, Wirtschaftskammer und die IV hegen das zarte Pflänzchen Innovation mit Förderungsprogrammen. Bereits 1998 wurde die Zukunftsstiftung, ein öffentlich-rechtlicher Fonds des Landes, eingerichtet, um mit Clustern und Angeboten praxisnaher Forschung den Standort wettbewerbsfähig zu machen. Schwerpunkte sind Alpin, Mechatronik und Gesundheit. Im Bereich Medizin und Biotechnologie hat man sich bereits international etabliert.

Zwischen Unternehmen, der Universität Innsbruck und zehn Fachhochschul-Studiengängen werden Netzwerke gesponnen, was Berührungsängste zwischen Wirtschaft und Universität abbaut und gleichzeitig Unternehmen motivieren soll, "selbst Forschungsgeld in die Hand zu nehmen", wie Kurt Habitzl, Leiter des Projekt-Service-Büros der Uni Innsbruck, meint.

Zu Kooperationen und Kofinanzierungen ermuntern will das Land mit dem Projekt TIC-net. Das Technologie-, Innovation- und Kooperationnetzwerk Tirol, zu 60 Prozent vom Land und zu 40 Prozent von der Wirtschaft finanziert, verknüpft Regionalentwicklung und Innovation. "Die Resonanz ist sehr gut, sechs Projekte unterschiedlicher Richtungen wurden gestartet", so Armin Partl, Geschäftsführer des regionalen Technologienetzwerkes Tech. Schwerpunkte sind Alternativenergie und Abfallwirtschaft.

"Großes Interesse an Zusammenarbeit" bescheinigt Holzbauexperte Michael Flach den Tiroler Unternehmen. Der Architekt hat seit einem Jahr an der Uni Innsbruck den weltweit einzigen Lehrstuhl für Holzbau und Verbundbautechnik. Gemeinsam mit Zimmereien und Holzbaubetrieben tüfteln Flach und die Studierenden an neuen Verbundtechnologien, die den Einsatz von Holz bei Großbauten erleichtert. Mit vier Betrieben entwickelt das Institut eine Tiroler Verbunddecke, die den Einsatz von Holz auch für größere Spannweiten möglich macht. Der Campus der Baufakultät soll heuer zur Technologiedrehscheibe werden. Auf einem 6000 Quadratmeter großen Areal entsteht der ICT-Technologiepark. Fokus: Informations- und Kommunikationstechnologie. Ziel: "Ein Tor zur Wissenschaft öffnen." (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12. 1. 2004)

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