Dänische Soldaten finden verdächtige Granaten

11. Jänner 2004, 20:11
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Möglicherweise mit Kampfgas gefüllt - Stammen wahrscheinlich aus dem Krieg gegen den Iran - Seit mindestens zehn Jahren vergraben

Bagdad - Dänische Soldaten haben nach Armeeangaben im Irak Granaten entdeckt, die gasförmige Kampfstoffe enthalten könnten, wie sie bei chemischen Waffen benutzt werden. "Alle Instrumente zeigen Anzeichen für dasselbe chemische Gemisch an, und zwar gasförmige Hautkampfstoffe", teilte die dänische Armee am Samstag auf ihrer Internetseite mit. Sie wies jedoch zugleich darauf hin, dass weitere Tests ausstünden, deren Ergebnisse voraussichtlich in etwa zwei Tagen vorliegen würden.

Nach Angaben der dänischen Armee hatten die Soldaten am Freitag im Süden des Landes 36 Granaten vom Kaliber 120 Millimeter gefunden. Bei den Granaten handelt es sich wahrscheinlich um Überreste aus dem irakisch-iranischen Krieg in den 80er Jahren, wie ein US-Militärsprecher in einer Pressekonferenz sagte. Sie seien mindestens zehn Jahre lang vergraben gewesen. Die meisten seien in Plastiksäcke eingehüllt gewesen.

Schmerzhafte Blasen

Der Irak hatte Hautkampfstoffe im Krieg gegen den Iran (1980 bis 1988) eingesetzt. Das Gas kann zwar beim Einatmen tödlich sein, wurde aber in erster Linie eingesetzt, um Truppen durch extrem schmerzhaften Blasenausbruch auf der Haut kampfunfähig zu machen.

Der Besitz von Hautkampfstoffen, wie etwas Senfgas, war dem Irak verboten worden. Die ehemalige Führung unter dem gestützten Präsidenten Saddam Hussein hatte erklärt, alle verbotenen Waffen vernichtet zu haben. Die USA und Großbritannien hatten dem Irak vorgeworfen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, und damit den Krieg begründet. Bisher wurden keine solchen Waffen gefunden. (APA/Reuters/AP)

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    Die ausgegrabenen Granaten waren möglicherweise mit "Blasengas" gefüllt

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