Safaripark soll "Ressourcen nutzen"

12. Jänner 2004, 20:49
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Präsident der Österreichischen Zoo Organisation erinnert an Unterbringungsmöglichkeiten

Linz - Ein konkreter Vorschlag, der mithelfen soll, denn rund 850 Wildtieren des finanzmaroden Safariparks Gänserndorf auch in Zukunft ein Dach über dem Kopf zu garantieren, kommt jetzt auch vonseiten der Österreichischen Zoo Organisation (Ozo).

Deren Präsident, Andreas Kaufmann, erinnert im Gespräch mit dem STANDARD an eine bereits vor einem halben Jahr fixierte Aufnahme in die EAZA (European Association of Zoo and Aquaria). "Der Safaripark wurde probeweise auf zwei Jahre in die EAZA aufgenommen, um wegen der damals bereits bedrohlichen Finanzsituation im Falle einer Schließung einen internationalen Tieraustausch zu ermöglichen." Man sollte deshalb jetzt im Falle eines Zusperrens diese "bereits vorhandenen Ressourcen nützen".

Kritik übt der Ozo-Präsident an der Haltung der Parkleitung, dem US-Konzern Baxter "den schwarzen Peter zuzuschieben". Die von Baxter monatlich bezahlten 500 Euro für 43 "laborpensionierte" Schimpansen seien in Anbetracht der anfallenden Kosten etwa für Futter, Heizung, veterinärmedizinische Versorgung und Personalkosten "zwar sicher nicht die Welt", aber "die Geschäftsführung hat diesen Betrag selbst berechnet und dann vertraglich mit dem US-Konzern fixiert - So ist das eben, eine Unterschrift bindet, und man muss damit leben", erklärt Kaufmann.

Über die möglichen Ursachen für den jetzigen Konkurs hält sich Kaufmann eher bedeckt: "Als Außenstehender kann man so etwas immer schwer beurteilen, aber wahrscheinlich haben mehrere Faktoren - wie etwa sinkende Besucherzahlen durch einen sehr heißen Sommer - zusammengespielt. Es könnte natürlich auch sein, dass irgendwo zu viel Geld ausgegeben wurde", erläutert Kaufmann.

An ein generelles "Zoo-Sterben" in Österreich glaubt der Experte aber nicht. "Alle Verantwortlichen sind aber dennoch gefordert, mit Unterstützung der öffentlichen Hand moderne Zoo-Konzepte in Österreich im Besten Sinne für Tier, Besucher und Betreiber aufrechtzuerhalten und vor allem weiterzuentwickeln". (mro/DER STANDARD, Printausgabe, 9.1.2004)

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