Bauchlandung einer AUA-Maschine

5. Jänner 2004, 13:20
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Drei Leichtverletzte bei der Landung im freien Feld vor dem Flughafen München

Wien/München - Dramatische Minuten erlebten heute, Montag, die 28 Passagiere und vier Crewmitglieder des Austrian-Fluges OS 111. Nach einem Ausfall der Triebwerke musste der Pilot etwa 1,5 Kilometer vor dem Zielflughafen München in freiem Feld notlanden. Bei der Bauchlandung mit nicht ausgefahrenem Fahrwerk wurden laut der Polizei in Erding drei Personen leicht verletzt. An der in Wien gestarteten Fokker 70 entstand Sachschaden.

Triebwerkschaden

Die Triebwerke dürften ersten Informationen zufolge etwa zwei Kilometer vor München ausgefallen sein. Der Pilot brachte daraufhin die Maschine gegen 8.20 Uhr im Gleitflug auf einem schneebedeckten Acker zwischen Freising und Erding zur unsanften Landung. "Das war ein Riesenglück, dass da nicht mehr passiert ist. Eine Bodenwelle hätte gereicht und es wäre vielleicht ganz anders ausgegangen", sagte ein Sprecher der Polizei.

Eine Reuters-Fotografin berichtete von der Landestelle bei Riesen, die Maschine sei auf dem Feld rund 300 Meter weit gerutscht und habe dabei ein Rad verloren.

Die geschockten Passagiere konnten das Flugzeug über die Türen verlassen. Sie wurden zum Flughafen München transportiert, wo sie laut AUA psychologisch betreut wurden. Das Flugzeug war um 6.50 Uhr in Wien gestartet und hätte planmäßig um 7.50 Uhr in München ankommen sollen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in der bayerischen Landeshauptstadt dichtes Schneetreiben.

Fokker 70

Bei der Fokker 70 handelt es sich um ein Flugzeug mit zwei Triebwerken und einer maximalen Reichweite von 1.900 Kilometern. Sie erreicht nach Austrian-Angaben - die Airline verfügt über zehn Maschinen dieses Typs - eine Flughöhe von 10.670 Metern, die höchste Reisegeschwindigkeit beträgt 833 Kilometer pro Stunde. Die Maschinen sind 30,9 Meter lang, 8,5 Meter hoch und besitzen eine Flügelspannweite von 28,1 Metern. Bis zu 80 Passagiere haben Platz.

Schon in der Vergangenheit gab es Zwischenfälle mit Fokker 70: So musste eine solche Maschine der damals noch selbstständigen Tyrolean Airways in der Nacht zum 1. September 1995 ebenfalls auf dem Münchner Flughafen wegen eines Defekts in der elektrischen Anlage notlanden. Ein Passagier wurde damals in ein Krankenhaus gebracht.(Reuters/APA)

Service: Für Angehörige der Passagiere des Fluges OS 111 wurde folgende Telefonhotline für Informationen eingerichtet: 0043/1/680-93-44-44
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    Eine Bodenwelle hätte gereicht und es wäre vielleicht ganz anders ausgegangen", sagte ein Sprecher der Polizei.

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