Zeitungssterben in der Schweiz

13. Jänner 2004, 15:29
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Gesamtauflage fiel 2003 auf tiefsten Stand seit zehn Jahren

Das Zeitungssterben in der Schweiz geht weiter. Im Jahr 2003 sind acht Zeitungstitel verschwunden. Es verbleiben 216 Einzel- und Regionaltitel. Die Gesamtauflage ist unter vier Millionen gesunken. Das ist der tiefste Stand seit zehn Jahren. Sechs Mal pro Woche erscheinen noch 90 (Vorjahr 91) Titel, wie der Verband Schweizer Presse in seiner jüngsten Ausgabe des Newsletters "Flash" mitteilt. Auf nur noch 77 (83) Titel gesunken ist die Zahl der Blätter, die ein Mal pro Woche erscheinen.

Schwund bei Regionaltitel

Noch 1995 waren 257 Einzel- und Regionaltitel in der Schweiz erschienen. Deren Zahl sank in der Folge kontinuierlich. Im Jahr 2002 war die Zahl mit 224 erstmals seit langem wieder stabil geblieben, wie der Statistik zu entnehmen ist. Seine Produktion eingestellt hat per Ende 2003 der "Anzeiger am Rhein". Der "Bote vom Untersee" übernimmt unter dem neuen Namen "Bote vom Untersee und Rhein" die Aufgaben einer Lokalzeitung im Bezirk Dießenhofen. Der "Willisauer Bote" plant, ab Mitte Mai 2004 nur noch zwei Mal (bisher drei Mal) pro Woche zu erscheinen.

Zeitungssterben

Nach mehr als 136 Jahren aus der Zeitungslandschaft verschwunden ist bereits seit Ende 2002 die "Weinländer Zeitung". Das gilt auch für die "Chronique de Pully-Lavaux". Mitte Jänner 2003 wurde die Regionalausgabe "Giornale di Locarno" in die Stammausgabe des "Giornale del Popolo" integriert. Am 22. Juni 2003 wurde die letzte Ausgabe der zweiten Westschweizer Sonntagszeitung "dimanche.ch" publiziert. Es folgte der "Wolhuser Bote", der am 5. September letztmals an die Leserschaft gelangte.

Weniger Ausgaben

Zwei Zeitungen erscheinen in Hinkunft weniger als einmal wöchentlich: "Il Lavoro" und "Journal de l'Ouest". Der "Courrier de la Vallée de Tavannes" fusionierte mit "Le Progrès - L'Echo du Jura" zu "Le Progrès/Courrier Tavannes". In der Verbandsstatistik werden alle Titel erfasst, die mindestens einmal pro Woche erscheinen. Nicht berücksichtigt werden Gratiszeitungen, Amtsblätter, Special-Interest-Zeitungen (Wirtschafts-, Autosport, Internet-Zeitungen) und Mitgliederpublikationen (Coop- und Migros-Presse). (APA/sda)

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