Fischer vom SP-Präsidium einstimmig nominiert

4. Jänner 2004, 14:21
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SPÖ stellt Kandidaten für Präsidentenwahl im April auf - Fischer: "Bewegender Augenblick" - Will Amt des Zweiten Nationalratspräsident im Wahlkampf ausüben

Weißensee - Das Präsidium der SPÖ hat am Samstag erwartungsgemäß den Zweiten Nationalratspräsidenten Heinz Fischer (65) als Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl Ende April nominiert. Fischer wurde einstimmig gewählt, gab SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer in einer Pressekonferenz bekannt. Damit ist die SPÖ die erste Partei, die einen Kandidaten für die Wahl am 25. April aufgestellt hat.

SPÖ-Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer zeigte sich bewegt über das Vertrauen seiner Partei. Er will, sollte er zum Bundespräsidenten gewählt werden, kein "Reserve- oder Gegenkanzler" sein, sondern ein "Mediator" zwischen den staatlichen Organen, erklärte er nach seiner Nominierung am Samstag in Weißensee in Kärnten. Das Amt des Zweiten Nationalratspräsidenten will Fischer weiter ausüben, seine Parteifunktionen wird er zurücklegen.

Keine Amtsvilla

Die potenzielle Journalisten-Frage nach der Notwendigkeit einer Amtsvilla nahm Fischer gleich persönlich vorweg und meinte, nein, er brauche keine Villa. Er werde in jener Wohnung in der Josefstädter Straße im achten Wiener Gemeindebezirk weiter wohnen, in der er schon seit rund 30 Jahren lebe.

Bekanntgabe am Freitag

Gusenbauer hatte bereits am Freitag Abend bekannt gegeben, dass er den Zweiten Nationalratspräsidenten dem Erweiterten SP-Präsidium als Spitzenkandidaten vorschlagen werde. Auch die SPÖ-Granden haben sich bei der SPÖ-Klausur am Weißensee in Kärnten für Fischer ausgesprochen.

"Mir ist er einfach der Liebste"

Wiens Bürgermeister und SP-Chef Michael Häupl meinte, "Mir ist er einfach der Liebste." Er würde die Fähigkeit mitbringen, einerseits das Land nach außen hin zu vertreten, andererseits innenpolitisch überparteilich zu agieren. Der geschäftsführende Klubobmann der SPÖ, Josef Cap, meinte, Fischer sei "der Mann mit dem größten Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Sorgen der Bevölkerung". Für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hat Fischer sein ganzes politisches Leben hindurch bewiesen, "dass er immer für Fairness in der Politik steht". Auch Kärntens SP-Chef Peter Ambrozy, Oberösterreichs SP-Vorsitzender Erich Haider, der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl und SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter sprachen sich für Fischer aus.

ÖVP: Mitte Jänner

Die ÖVP will ihre Entscheidung Mitte Jänner bekannt geben; aller Voraussicht nach wird Außenministerin Benita Ferrero-Waldner die ÖVP-Kandidatin. FPÖ und Grüne entscheiden Mitte Jänner, ob sie überhaupt einen Anwärter auf den Präsidentenposten nominieren. (red/APA)

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    Die Kandidatur Heinz Fischers wurde auf der SPÖ-Klausur im kärntnerischen Weissensee verkündet.

  • Die Orts-SPÖ im burgenländischen Wulkaprodersdorf hatte in ihrem Jahreskalender bereits vorab Wahlwerbung für Heinz Fischer betrieben.

    Die Orts-SPÖ im burgenländischen Wulkaprodersdorf hatte in ihrem Jahreskalender bereits vorab Wahlwerbung für Heinz Fischer betrieben.

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