Bush bremst: Kein Ende der Eiszeit

5. Jänner 2004, 10:43
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US-Präsident stellt Iran Bedingungen: Mehr Demokratie, Ende des Atomwaffenprogramms und Kooperation im Kampf gegen Terror

Falfurrias/Washington - US-Präsident George W. Bush hat eine Verbesserung der Beziehungen zum Iran von politischen Zugeständnissen Teherans abhängig gemacht. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag machte Bush deutlich, dass er bei aller Unterstützung für die Erdbebenopfer an seiner Kritik an Teheran festhält. Die iranische Regierung müsse inhaftierte Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida ausliefern, ihr Atomprogramm aufgeben und das Land demokratisieren, forderte Bush.

Unterstützung für Demokratiebewegung

Der US-Präsident begrüßte, dass Teheran die amerikanische Hilfe für das Erdbebengebiet akzeptierte. "Wir zeigen den Iranern, dass das amerikanische Volk Anteil nimmt, dass wir großes Mitleid für menschliches Leid haben", sagte Bush im südtexanischen Falfurrias. Er betonte, die USA unterstützten die Demokratiebewegung im Iran: "Die iranische Regierung muss auf die Stimmen derer hören, die sich nach Freiheit sehnen."

Anzeichen für eine Entspannung

Vor zwei Jahren hatte Bush den Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet. In den vergangenen Tagen hatte es jedoch Anzeichen für eine Entspannung der Beziehungen gegeben. So lockerten die USA am Mittwoch ihre Ausfuhrbestimmungen für den Iran, um den Erdbebenopfern zu helfen.

Staatliches Radio: USA habe feindliche Politik nicht geändert

Offizielle Stellen haben auf die Bedingungen des US-Präsidenten noch nicht reagiert. Im staatlichen iranischen Radio wurde Bush jedoch vorgeworfen, er habe erneut versucht, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Bush habe demonstriert, dass die USA ihre feindliche Politik gegenüber dem Iran nicht verändert hätten. Washington habe erneut versucht, seine heuchlerische Politik umzusetzen und eine Spaltung zwischen dem iranischen Volk und der Regierung herbeizuführen, hieß es weiter. Dies werde jedoch nicht gelingen.

Mitgefühl der Iraner

Die Familie eines bei dem Erdbeben getöteten amerikanischen Touristen hofft auf eine Entspannung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Die Iraner hätten sich sehr bemüht, ihren Bruder zu retten, sagte Tam Dell'Oro, die Schwester des Verstorbenen, an Donnerstag. "Wenn sein Tod irgendeinen Sinn hatte, dann hoffentlich den, dass die Amerikaner das Mitgefühl der Iraner besser verstehen lernen."

Keine diplomatischen Beziehungen

Die USA und der Iran unterhalten seit einem Vierteljahrhundert keine diplomatischen Beziehungen mehr. Diese wurden nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im November 1979 durch Anhänger von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini abgebrochen. (APA)

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    Bush: Die Unterstützung der USA für die Erdbebenopfer im Iran bedeutet kein Ende der Eiszeit zwischen den beiden Ländern.

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