Googles IPO beflügelt Börsenfantasien

20. April 2004, 12:22
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Die Börseneinführung der Internet-Suchmaschine weckt Erinnerungen an gute alte dotcom-Zeiten - Investoren hoffen auf Katalysatorwirkung

San Francisco - Drei Jahre nach dem abrupten Ende der Internet-Euphorie an den Weltbörsen weckt die für das erste Halbjahr 2004 erwartete Börseneinführung von Google neue Hoffnungen. Seit dem Goldrausch der Dot-Com-Firmen hat es zumindest keine "Initial Public Offering" (IPO) mehr gegeben, an die derart große Erwartungen geknüpft wurden.

Mit Dot-Com-Aktien hätten sich so viele Anleger die Finger verbrannt, dass sie bei allen Internet-Papieren äußerst vorsichtig seien", erklärt der Vorstandschef der High-Tech-Investmentbank ThinkEquity in San Francisco, Michael Moe. "Der Börsengang von Google könnte der Katalysator werden, der die Leute zurückbringt."

Bis zu eine Milliarde Gewinn für 2003

Google selbst äußert sich nicht zu seinen Plänen und verweist dabei auf die Bestimmungen des Aktienrechts. Während hunderte von Startup-Unternehmen der Internet-Branche längst wieder verschwunden sind, hat die erst vor fünf Jahren begründete Suchmaschine einen beispiellosen Aufschwung genommen: Der 2003 erwirtschaftete Gewinn wird auf 700 Mio. bis eine Mrd. Dollar geschätzt. Mit seinen Mio. von regelmäßigen Nutzern hat sich Google zu einer Marke entwickelt, die von der Werbewirtschaft sehr geschätzt wird.

Von 1998 bis Ende 2000 gab es in den USA 1.250 Börseneinführungen, wobei der größte Teil auf Internet-Startups entfiel. Von Jänner 2001 bis zum 9. Dezember 2003 registrierte der Fachdienst IPOfinancial.com dann nur noch 238 Erstemissionen. Neben Google gibt es bisher allerdings nur wenige Kandidaten für weitere High-Tech-Börsengänge in 2004. Genannt werden unter anderem das Portal shopping.com, salesforce.com und Dolby Laboratories. (APA/AP)

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