Halbes Jahrhundert Dreikönigsaktion

1. Jänner 2004, 20:36
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Die Sternsingeraktion hat sich inzwischen zur größten österreichischen Sammelaktion für Menschen in den Ländern des "Südens" entwickelt - Bisher 210 Millionen Euro gesammelt

Wien - Nach biblischen Berichten waren sie weder drei noch heilig noch Könige. Und selbst die Namen Caspar, Melchior und Balthasar sind frei erfunden. Der erfolgreichen Dreikönigsaktion in Österreich tut dies freilich keinen Abbruch. Heuer wird 50-jähriges Jubiläum gefeiert.

Insgesamt 1000 "Heilige Drei Könige" aus ganz Österreich bevölkerten am Samstag den Wiener Stephansdom anlässlich einer Feierstunde mit Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Cyprian Lwanga, Bischof Maximilian Aichern (Linz) und Weihbischof Franz Lackner (Graz). Papst Johannes Paul II. übersandte eine Grußbotschaft. Die Sternsinger in Österreich seien stets "Künder der christlichen Nächstenliebe und der Solidarität", hieß es in der Botschaft.

Das Sternsingen als Nachspielen des Besuchs der persischen Priester und Gelehrten beim Jesuskind ist seit dem 10. Jahrhundert in Kathedralen üblich. In Österreich ist das Sternsingen seit 1954 fest in der Hand der Jungschar. Erfinder der Dreikönigsaktion ist der Gründer und langjährige Leiter der Österreichischen Missionsverkehrs-Arbeitsgemeinschaft, Karl Kumpfmüller. Er schlug der Jungschar vor, den Sternsingerbrauch zu beleben, um aus den Spenden Fahrzeuge für die Missionare anzuschaffen.

Jährlich 90.000 Kinder

Die Sternsingeraktion hat sich inzwischen zur größten österreichischen Sammelaktion für Menschen in den Ländern des "Südens" entwickelt. In den vergangenen 50 Jahren wurden bundesweit mehr als 210 Millionen Euro gesammelt, mit denen etwa 10.000 Hilfsprojekte unterstützt wurden. 90.000 Buben und Mädchen sind jedes Jahr in den Pfarren unterwegs und sammeln für Projekte in den Entwicklungsländern. Sie werden dabei von mehr als 30.000 Jugendlichen und Erwachsenen begleitet. Die Buchstaben C+M+B, welche die Sternsinger an die Türen schreiben, sind eine Abkürzung für den alten Segensspruch "Christus mansionem benedicat" - Christus, segne dieses Haus.

Weihnachtszeit endet

Der 6. Jänner hat in der katholischen Kirche zweifache Bedeutung: Von der Westkirche wird Epiphanie, das Hochfest Erscheinung des Herrn, gefeiert. Landläufig ist vom Fest der Heiligen drei Könige die Rede. Mit ihm endet auch die Weihnachtszeit. Für die Ostkirche ist dieser Tag das ursprüngliche Geburtsfest Jesu. (simo, Der Standard, Printausgabe, 29.12.2003)

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Jungschar

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    Wieder bis 6. Jänner unterwegs: Die Sternsinger

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