Annan: "Energie für Wohlergehen der Menschen aufwenden"

28. Dezember 2003, 14:41
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UNO-Generalsekretär: 2004 muss das Jahr des Kampfes gegen Not und Krankheiten werden - Mit Kommentar

New York - Über die Auseinandersetzungen um den Irak-Krieg und seine Folgen sollte die Welt nicht den Kampf gegen Hunger, bittere Armut und Seuchen vergessen. Mit dieser Forderung hat sich UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Freitag an die internationale Gemeinschaft gewandt. Die durch den Irak-Krieg verursachte Spaltung zwischen Ländern habe Führungspersönlichkeiten der Welt von "anderen Gefahren abgelenkt, und zwar Gefahren, die für die meisten Menschen unmittelbar und ganz real sind", erklärte Annan in seiner im voraus veröffentlichten Neujahrsbotschaft.

"Ich meine die Gefahren, die von bitterer Armut und Hunger, gesundheitsgefährdendem Trinkwasser, der Zerstörung der Umwelt und ansteckenden Krankheiten ausgehen. Diese Gefahren belasten weite Teile unseres Planeten. Sie töten jedes Jahr Millionen und Abermillionen von Menschen. Sie zerstören Gesellschaften. Sie schüren Spaltung und Verzweiflung."

"Energie für das Wohlergehen der Menschen"

Nach einem Jahr, das vom Irak-Krieg und der Spaltung der internationalen Gemeinschaft überschattet war, sei es nun an der Zeit, "dass wir mehr von unserer Energie für das Wohlergehen der Menschen aufwenden". "2004 muss anders werden. Es muss das Jahr werden, in dem wir beginnen, das Blatt zu wenden", forderte Annan.

Die Weltgemeinschaft könne, wenn sie zusammenarbeite, das Blatt im Kampf gegen Aids wenden. Bis 2005 müssten mehr als drei Millionen Menschen mit modernen Medikamenten behandelt werden können. Wir können auch das Blatt im Kampf gegen den Hunger wenden", sagte Annan weiter, "wenn existierende Nahrungsmittelbestände für hungernde Menschen verwendet werden und wenn Afrika geholfen wird, die zusätzliche Nahrung zu produzieren, die es braucht."

Welthandel

Nicht zuletzt könne im Welthandel das Blatt zum Besseren gewendet werden, "wenn Regierungen ihre Versprechen einhalten und die gegenwärtige Runde von Verhandlungen zu einer wahren 'Entwicklungsrunde' machen". Neue Versprechen brauche die Welt 2004 nicht, sagte Annan. "Wir müssen anfangen, die alten einzulösen." (APA/dpa)

Kommentar

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    UNO-Generalsekretär Kofi Annan über das kommende Jahr 2004: "Energie für das Wohlergehen der Menschen aufwenden"

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