Überleben in Trümmern

1. Jänner 2004, 21:20
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Auch noch nach Tagen, immer wieder spektakuläre Rettungen

Wien - Überleben in Trümmern: Wie durch ein Wunder sind etwa durch schwere Erdbeben verschüttete Menschen auch noch nach Tagen ohne Essen und Trinken gerettet worden. Hier einige Beispiele:

31.01.2001 in Ahmedabad (Indien): 118 Stunden nach dem folgenschwersten Beben Indiens mit bis zu 100.000 Toten holen Helfer eine 55 Jahre alte Frau aus den Trümmern der Millionenstadt Ahmedabad im Nordwesten des Landes. Der Frau mussten jedoch beide Beine und eine Hand amputiert werden.

17.11.1999 in Düzce (West-Türkei): Eine 42-Jährige überlebt 105 Stunden im Schutt eines siebenstöckigen Hauses, bevor ein israelisches Team sie rettet. Fast 900 Menschen starben in der Provinz Bolu.

26.09.1999 in Taipeh (Taiwan): Zwei Brüder (20, 26) ernähren sich nahezu sechs Tage von ihrem Urin, herabtropfendem Wasser und Äpfeln, bevor sie aus den Trümmern befreit werden. 2.400 anderen Menschen brachte das Beben vom 21. September den Tod.

23.08.1999 in Cinarcik (West-Türkei): Helfer bergen einen Vierjährigen, der 146 Stunden unter dem Balkon seines eingestürzten Elternhauses gelegen hatte. Nach dem schweren Beben (17.800 Tote) hatte die Familie bereits das Begräbnis des Buben vorbereitet.

03.06.1995 in Neftegorsk (Sachalin/Russland): Eine Woche, nachdem ein verheerendes Beben (über 1.800 Tote) die ostsibirische Insel heimgesucht hatte, werden ein kleiner Bub und ein Mann aus den Resten einer Siedlung geborgen. Das Kind war unverletzt.

04.10.1993 in Khillari (Zentral-Indien): Ein umgestürztes Bett bewahrt ein 19 Monate altes Baby vor dem Tod. 104 Stunden nach einem Beben (etwa 10.000 Tote) wird das Mädchen geborgen.

16.10.1992 in Kairo (Ägypten): Rettungshunde spüren im Stadtteil Heliopolis einen 37-Jährigen auf. Um in den Hochhaustrümmern zu überleben, hatte er während der 82 Stunden nach dem Beben (über 500 Tote) seinen Urin getrunken.

21.03.1992 in Erzincan (Ost-Türkei): Mit einem Beinbruch wird eine 22-jährige Krankenschwester neun Tage nach einem Beben (über 500 Opfer) aus den Trümmern eines Krankenhauses gerettet. Die junge Frau stand bereits auf der Liste der Toten.

28.06.1990 in Rahmatabad (Nord-Iran): Sieben Tage nach verheerenden Erdstößen im Norden Irans (mindestens 40.000 Tote) wird ein Neunjähriger bewusstlos und leicht verletzt aus den Resten seines Elternhauses in einem Dorf in der Provinz Gilan gezogen.

21.10.1989 in Oakland (Kalifornien/USA): Fast 90 Stunden nach einem Erdbeben (68 Tote) wird 57-Jähriger schwer verletzt auf der zusammengestürzten Bay Bridge-Schnellstraße bei San Francisco aus seinem zerstörten Auto befreit. Der Mann stirbt jedoch einen Monat später.

25.09.1986 in Kalamata (Süd-Griechenland): Zehn Tage nach einem Beben (20 Tote) wird eine 75-jährige Frau unter ihrem eingestürzten Haus hervorgeholt. Verzweifelt hatte sie um Hilfe gerufen und damit einen Passanten auf sich aufmerksam gemacht.

28.09.1985 in Mexiko-Stadt: In der mexikanischen Hauptstadt werden noch sieben Tage nach der Naturkatastrophe mit mindestens 5.000 Toten Überlebende geborgen, unter ihnen 41 neugeborene "Wunderbabys". Die Kinder hatten überlebt, weil ihr Stoffwechsel "auf Sparflamme" gearbeitet hatte und sie keiner Auskühlung ausgesetzt waren.

16.03.1977 in Bukarest (Rumänien): Elf Tage nach einem Beben, durch das mehr als 1.000 Menschen starben, bergen Retter einen 19-Jährigen aus den Resten eines zehngeschossigen Hauses. Angeblich hatte er weder Wasser noch Nahrung - "ein beispielloser Rekord der Medizingeschichte", sagen seine Ärzte. (APA)

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