BSE erreicht USA

26. Dezember 2003, 20:35
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Kuh im Bundesstaat Washington positiv getestet - Zahlreiche Länder stoppten Rindfleisch-Importe

Washington - Zahlreiche Länder haben am Mittwoch in Reaktion auf den ersten BSE-Verdachtsfall in den USA ihre Rindfleischimporte aus den Vereinigten Staaten gestoppt. Die EU bezeichnete den Schutz vor BSE als derzeit ausreichend.

Nach Bekanntgabe des BSE-Verdachts gaben die Aktien von Rindfleisch verarbeitenden Unternehmen wie die der Schnellrestaurantkette McDonald's und Wendy's nach. US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman hatte am Dienstagabend mitgeteilt, eine Holstein-Kuh sei im Bundesstaat Washington mutmaßlich positiv auf BSE getestet worden. Ein endgültiges Ergebnis sollten Tests eines britischen Labors in drei bis fünf Tagen bringen. BSE steht im Verdacht beim Menschen eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auszulösen, an mehr als 130 Menschen gestorben sind.

Import gestoppt

Nach dem Bekanntwerden des BSE-Verdachts stoppten zahlreiche Länder, darunter die wichtigsten Kunden für US-Rindfleisch Japan und Südkorea, die Rindfleischeinfuhren aus den USA. Dokumente für den Import von Rindfleisch würden vorübergehend nicht mehr ausgestellt, hieß es aus dem japanischen Landwirtschaftsministerium. Auch werde ein Rückruf von Rindfleischprodukten erwogen.

Auch Südkorea, Hongkong, Singapur, Taiwan, Südafrika und Russland schlossen sich dem Einfuhrstopp an. "Die Aussetzungen sind alle zeitweilig und hängen von der Bestätigung der Krankheit im Bundesstaat Washington ab", teilte das südkoreanische Landwirtschaftsministerium mit.

EU plant keine Maßnahmen

Die Europäische Union (EU) plant dagegen gegenwärtig keine Verschärfung der Maßnahmen zum Schutz vor BSE. "Wir betrachten die Situation aufmerksam", sagte eine EU-Sprecherin. "Im Moment halten wir die Maßnahmen für ausreichend." Wegen der Behandlung von Rindern in den USA mit Wachstumshormonen hat die EU ohnehin ein Importverbot für einen Großteil des US-Rindfleischs verhängt.

Für die Rindfleisch-Industrie in den USA könnte Analysten zufolge BSE Verluste in Milliardenhöhe bedeuten. Im vergangenen Jahr umfasste der gesamte US-Export von Rindfleisch offiziellen Angaben zufolge 3,2 Milliarden Dollar. Auch Rindfleisch verarbeitende Unternehmen wie McDonald's würden Einbuße verzeichnen. Die Aktien der Schnellrestaurantketten McDonald's und Wendy's gaben am Mittwoch um über vier Prozent nach. Allerdings werde die Auswirkung kurzfristig bleiben, falls es sich um einen Einzelfall handeln sollte, sagten Händler.

"Ich plane, zu Weihnachten Rindfleisch zu servieren"

Veneman sagte, es sei kein Gewebe des Gehirns oder des Nervensystems des erkrankten Tieres in die menschliche Nahrungskette gelangt. Die Verbraucher rief sie auf, nicht in Panik zu verfallen. "Ich plane, zu Weihnachten Rindfleisch zu servieren", sagte sie. "Das Risiko für die Gesundheit des Menschen durch BSE ist extrem niedrig."

Wissenschafter gehen davon aus, dass sich die Hirnerkrankung BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) auf den Menschen übertragen kann, wenn sie verseuchtes Rindfleisch essen. Die Rinderseuche hatte sich seit Mitte der neunziger Jahre von Großbritannien aus über den europäischen Kontinent verbreitet haben, nachdem Rinder mit Tierabfällen gefüttert worden waren. Allein in Großbritannien waren im Kampf gegen BSE 3,7 Millionen Rinder getötet worden. (APA/Reuters)

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