Rücktritt wegen schwacher Anschieber

30. Dezember 2003, 14:35
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Österreichs Bob-Trainer warf aus Frustration über mangelnde Athletik der Weltcup-Teams das Handtuch: "Seit Jahren kämpfe ich vergeblich"

Wien - Österreichs Bob-Nationaltrainer Gerhard Rainer hat am Dienstag überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Tiroler nannte die Frustration wegen mangelnder Athletik der Teams und daraus resultierende Rückstände bei den Startzeiten als Grund für seinen Schritt. "Seit vier Jahren kämpfe ich vergeblich dafür, dass die Piloten und der Verband gute Athleten suchen. Da kann Wolfgang Stampfer noch so gut fahren, wir werden nie Spitzenresultate erreichen", erklärte Rainer, der das ÖBSV-Präsidium am Montag nach den Weltcuprennen in Altenberg informiert hatte. Die Nachfolge-Frage ist noch nicht geklärt.

Mehr Piloten-Engagement nötig

Laut Rainer hätte der Verband zwar Athletik-Trainer engagiert, die Situation hätte sich aber nicht gebessert. Im Gegenteil. "Wenn man am Start drei Zehntel hinten ist, summiert sich das bis ins Ziel auf sechs Zehntel", sagte der nunmehrige Ex-Coach. Die Piloten müssten auf der Suche nach starken Anschiebern aber auch selbst mehr Engagement zeigen, fordert er. "Auch Kienast und Appelt haben sich die Leute selbst gesucht, ich bin als Pilot zu Leichtathletik-Meetings gefahren und habe Kandidaten angesprochen", meinte Rainer.

"Es wäre mehr möglich. Wir haben ein Bahn, aber die wird so gut wie nie genützt, unser Sport scheint auszusterben", meinte Rainer und sprach auch die mangelhaften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen etwa im Vergleich zu Deutschland an, wo 30 Trainer fix angestellt sind. Gendarm Rainer selbst hat sich in der Wintersaison jeweils unbezahlten Urlaub für den Sport genommen.(APA)

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    In Österreichs Bobsport geht derzeit nicht viel weiter

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