Burma: Militärjunta wirft ai-Bericht Einseitigkeit vor

26. Dezember 2003, 14:37
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Rangun spricht von "konstruktiver Zusammenarbeit" in Menschenrechtsfragen

Rangun - Die burmesische Militärjunta hat der internationalen Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation amnesty international (ai) Einseitigkeit bei der Beurteilung der Menschenrechtslage in dem südostasiatischen Land vorgeworfen. Die Regierung bedaure den negativen ai-Bericht, nachdem es ihr Anliegen gewesen sei, der über zweiwöchigen ai-Mission jede nur mögliche Unterstützung zuteil werden zu lassen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichtem Kommunique der Junta in Rangun.

"Konstruktive Zusammenarbeit"

Die burmesische Regierung werde dennoch an ihrer "konstruktiven Zusammenarbeit" mit allen "aufrichtigen und unparteiischen" Organisationen festhalten, erklärte die Junta. Laut dem jüngsten ai-Bericht hat sich die Menschenrechtssituation in Burma (Myanmar) seit der neuerlichen Festnahme der Symbolfigur der Demokratiebewegung, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, im vergangenen Mai weiter verschlechtert. Dutzende Personen seien wegen gewaltfreier politischer Aktivitäten festgenommen und viele von ihnen zu langen Haftstrafen verurteilt worden, haben zwei ai-Mitarbeiter am Montag in Bangkok nach einem 17-tägigen Burma-Besuch berichtet. Den ai-Vertretern war von den Behörden in Rangun eine Zusammenkunft mit Suu Kyi verwehrt worden.

Nach Darstellung der burmesischen Militärmachthaber wird Suu Kyi, die Vorsitzende der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), in "Schutzhaft" gehalten, nachdem es im Mai zu einem Überfall auf sie und NLD-Anhänger im Norden des Landes gekommen war. Dabei waren über 70 Menschen ums Leben gekommen. Die NLD hatte die Wahlen im Jahr 1990 mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, sie wurde aber vom Militär an der Regierungsübernahme gehindert. Die gewählte Versammlung durfte nicht zusammentreten. (APA/AP)

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