Tirol: Sozialhilfeinformation aus dem Internet

18. Dezember 2003, 15:25
2 Postings

Sozialhilfe ist längst kein Randgruppenphänomen mehr - die Zahl der Klienten steigt deutlich

Innsbruck - Deutlich mehr beratungssuchende Klienten verzeichnen in den letzten Jahren die im Sozialpolitischen Arbeitskreis (SPAK) organisierten Vereine.

Waren es etwa im Innsbrucker Dowas 2000 noch 594, so stieg diese Zahl 2002 auf 876, erklärt Thomas Schernthaner. Als Gründe nennt der Dowas-Mitarbeiter Verschärfungen bei der Arbeitslosenversicherung, eingeschränkte Sozialleistungen und immer mehr atypisch Beschäftigte: "Sozialhilfe ist längst kein Randgruppenphänomen mehr."

3,9 Prozent sind akut arm

Der SPAK verweist auf eine im Herbst im Auftrag des Landes vorgelegte Sozialbedarfs-erhebung, wonach in Tirol nur halb so viele Menschen Sozialhilfe beziehen (0,47 Prozent) wie im österreichischen Durchschnitt, obwohl 3,9 Prozent akut arm sind. Scham und mangelnde Information sind die Hauptgründe für die geringe Inanspruchnahme.

Internethilfe

Dem Informationsmangel stellt der SPAK nun die Internetseite sozialhilfetirol.at entgegen, die über den Zugang zur Hilfe aufklärt und auf der sich einfach herausfinden lässt, ob ein individueller Anspruch besteht. Mangels öffentlicher Unterstützung konnte nur ein Teil der Site realisiert werden - so fehlt eine Plattform für die Fachöffentlichkeit

Sozialhilfeinformation

Landesrätin Christa Gangl (SP) ist wie der SPAK der Auffassung, dass Sozialhilfeinformation im Prinzip eine Landesaufgabe ist. Eine Unterstützung der Homepage sei jedoch nicht möglich gewesen, weil - schon seit drei Jahren - im Land an einem ähnlichen Informationsnetzwerk gearbeitet werde. Der Tatsache, dass viele aus Scham auf Hilfe verzichten, will Gangl dadurch begegnen, dass künftig Sozialhilfe nicht mehr am Gemeindeamt, sondern auf der Bezirkshauptmannschaft zu beantragen sein soll. (hs, DER STANDARD Printausgabe 18.12.2003)

Share if you care.