Auf der Geisterbahn

19. Dezember 2003, 11:04
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Das ominöse Olympia-Finale über 100 Meter aus dem Jahr 1988 mit Ben Johnson und Carl Lewis soll 2004 eine Neuauflage erfahren

Las Vegas - 16 Jahre nach dem größten Doping-Skandal der olympischen Geschichte kommt es im Sommer 2004 aller Voraussicht nach zur 3,75 Millionen Dollar teuren Neuauflage des Sprint-Klassikers zwischen Ben Johnson und Carl Lewis. Beim so genannten "Showdown der Ikonen" trifft der damals des Dopings überführte Kanadier in Seoul nicht nur auf den US-Counterpart (dann ebenfalls 42), sondern auf mindestens fünf der sieben Gegner des Skandalrennens von 1988.

"Es wird das letzte Rennen meines Lebens und soll ein gebührender Schlussstrich sein. Nicht viele Menschen erhalten eine zweite Chance. Ich werde sie nutzen, um meinen guten Ruf wiederherzustellen", sagte Johnson, der nach einem Wiederholungsfall im Januar 1993 vom Leichtathletik-Weltverband IAAF lebenslang gesperrt wurde. Sein früherer Agent Morris Chrobotek hat bereits mit der Organisation des Rennens begonnen - unabhängig von einer Genehmigung durch die IAAF.

Zwei Mille für den Sieger

Die meisten der Teilnehmer haben die 40 überschritten, doch glaubt man Dennis Mitchell, werden sich die Massen problemlos an dem Oldie-Duell begeistern: "Damals sind die Leute nicht gekommen, um ein Rennen, sondern den Showdown von Ikonen zu sehen. Daran hat sich nichts geändert." Die üppigen Prämien - zwei Millionen Dollar für den Sieger, eine Million für den Zweitplazierten und 750.000,- Dollar für den Dritten - waren wohl mit ein Grund dafür, dass bis auf Lindford Christie (Großbritannien) alle Stars von damals ihre Zusage gaben. Neben Johnson, Lewis und Mitchell wollen Calvin Smith (USA), Robson da Silva (Brasilien), Desai Williams (Kanada) und Raymond Stewart (Jamaica) noch einmal die Rennschuhe schnüren.

Der Termin steht noch nicht fest, soll aber wenige Wochen vor Beginn der Sommerspiele von Athen (13.-29. August) liegen. (sid/red)

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