Wiedereröffnung mit Pomp und Gloria

14. Dezember 2003, 21:07
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Venedigs Theater La Fenice erlebte einen Gala-Abend acht Jahre nach dem verheerenden Brand

Venedig - Mit einem Galakonzert und zahlreicher Prominenz ist Venedigs Theater La Fenice am Sonntag feierlich wiedereröffnet worden: Fast acht Jahre nachdem das aus dem 18. Jahrhundert stammende Opernhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte, meldete sich La Fenice wieder in das Kulturleben der Lagunenstadt zurück. Mit der passenden Ouvertüre "Weihe des Hauses" von Ludwig van Beethoven begann Stardirigent Riccardo Muti nach der italienischen Nationalhymne das Eröffnungskonzert in dem wiederaufgebauten Theater.

Festival

"Das großartige Theater Fenice ist Italien und der Welt wiedergegeben", sagte Venedigs Bürgermeister Paolo Costa zu Beginn des Konzerts. In den Rängen saß Italiens Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi neben italienischer High Society und Hollywoodprominenz.

Das Konzert bildete den Auftakt eines achttägigen Festivals, bei dem unter anderem das London Philharmonic Orchestra, Elton John und die Wiener Philharmoniker zu hören sein werden. Am 1. Januar wird Lorin Maazel in La Fenice ein Neujahrskonzert dirigieren.

Über 200 Jahre alt

Das 1792 errichtete Theater, benannt nach dem mythischen Vogel Phönix (Fenice), brannte am 29. Jänner 1996 zum zweiten Mal nach 1836 ab. Wie ein Phönix aus der Asche wurde es nun wieder errichtet, dabei sollte das Opernhaus "wie es war und wo es war" wieder aufgebaut werden. Die neue Marmorfassade, das hölzerne Parkett und die Fresken an den Decken ließen die Kosten auf rund 78 Millionen Euro steigen. Die verwickelte Ausschreibungs- und Baugeschichte, bürokratische Hindernisse und Firmenpleiten hatten den Wiederaufbau um mindestens vier Jahre verzögert.

Ausgestattet ist das neue Fenice mit mehr als 1.000 Sitzplätzen, unter dem Orchestergraben befinden sich neue Proben- und Konferenzräume. Der moosgrüne Bühnenvorhang wurde von der italienischen Modedesignerin Laura Biagotti gestiftet. Nicht allen gefiel indes die neue Optik: Die rosafarbenen Sitzbezüge in La Fenice müssten schleunigst wieder verschwinden, schrieb der "Corriere della Sera". (APA/AP)

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