Starker Euro bremst Exporteure

18. Dezember 2003, 20:36
1 Posting

Österreichs Ausfuhren in den Dollarraum - aber auch Deutschland - unter Druck - Die zuletzt positive Handelsbilanz könnte dadurch wieder rot werden

Wien - Der Höhenflug des Euro stellt Österreichs Exporteure, die den Dollarraum beliefern, auf eine harte Probe. Mit zuletzt rund 1,22 Dollar je Euro habe der Währungskurs bereits "die Schmerzgrenze überschritten" und belaste zunehmend den heimischen Außenhandel, sagte der Leiter der Außenwirtschaftsorganisation in der Wirtschaftskammer Österreich, Walter Koren.

Zum einen steigt damit der Druck auf die Preise, zum anderen leide die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Produkte im Dollarraum. Koren bezifferte die Schmerzgrenze im Kursverhältnis Dollar/Euro zuletzt mit 1,20 - "dann wird es für die Exporteure wirklich teuer", hatte der Außenwirtschaftschef noch Mitte November erklärt.

Experte leiden

Unter der Kursentwicklung leiden aber auch die Exporte innerhalb des Euroraums, da sie - wie bei der Autozulieferindustrie - wiederum von den Exporten in den Zielmärkten abhängig sind. So zeigten die jüngsten Daten, dass sich der starke Euro auch auf den deutschen Außenhandel ungünstig auswirkt. Dies beeinflusse wiederum indirekt die österreichische Exportwirtschaft aufgrund der engen Außenhandelsverbindung Österreichs mit Deutschland.

Dadurch ist auch der Optimismus für die heimische Außenhandels-Gesamtprognose - Koren rechnete noch im November mit einem Plus von zwei bis drei Prozent - gedämpft worden. Auf Zahlen wollte sich Koren nicht festlegen lassen. Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut sieht die Schmerzgrenze beim Euro erreicht. Die dämpfenden Effekte seien bereits stärker als die Impulse, so Wifo-Chef Helmut Kramer.

Der starke Euro habe für die österreichischen Unternehmen jedoch zwei Seiten und werde sich "nicht massiv" auf die heimische Exportwirtschaft auswirken, kalmiert WKÖ-Präsident Leitl. Das Ausmaß hänge davon ab, wie lange sich der Euro über 1,20 zum Dollar halten werde. Dabei helfe dem Außenhandel, dass mehr als 60 Prozent der Exporte in die EU gehen und Österreichs Unternehmen mehr als 80 Prozent in Euro fakturieren. (red, APA, Der Standard, Printausgabe, 12.12.2003)

  • Der Höhenflug des Euro stellt Österreichs Exporteure, die den Dollarraum beliefern, auf eine harte Probe
    foto:man

    Der Höhenflug des Euro stellt Österreichs Exporteure, die den Dollarraum beliefern, auf eine harte Probe

Share if you care.