Ungarn sind gute Kunden im Burgenland

9. Dezember 2003, 17:23
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Dank unserer östlichen Nachbarn dürfte das Weinachtsgeschäft in den Grenzregionen wieder positv verlaufen

Eisenstadt/Sopron - Harald Schermann, der Sprecher- der burgenländischen Wirtschaftskammer, sagt Danke schön: "Köszönöm szépen!" Denn so, wie es im Moment ausschaut, wird das burgenländische Weihnachtsgeschäft wieder gegen den Österreich-Trend laufen, nämlich sehr positiv. Zu verdanken ist dies, wie im Vorjahr, in der Hauptsache den Ungarn.

Rund zehn Prozent der zirka 35 Millionen Christkindl-Euro kommen von den Nachbarn. Aber das ist nur ein Teil der positiven Handelsbilanz. Mit 40 Millionen Euro geben Ungarn im Burgenland jährlich doppelt so viel aus als umgekehrt. Zum Teil aus einem schlichten Grund: Im Burgenland sind viele Waren deutlich billiger. Auch solche des täglichen Bedarfs.

Einkaufsparadies für Sparmeister

Sopron, vor und knapp nach der Wende ein Einkaufsparadies für Sparmeister, ist zum Herkunftsort für Käufer geworden. Die städtische Wirtschaft hat sich zur Gänze auf Dienstleistungen umgestellt: Zahnärzte, Fußpfleger, Kosmetikstudios. Die Einkaufshäuser stehen auf burgenländischer Seite. Die Nachbarn schätzen, so Schermann, nicht unbedingt die riesigen Märkte. "Einen Tesco haben sie selber - was sie bei uns suchen, sind die Qualität und die fachliche Beratung."

Oberpullendorf/Felsöpulya und Oberwart/Felsöör profitieren davon besonders. "In jedem Geschäft spricht man Ungarisch, nicht selten ist der Unternehmer selbst ein Burgenland-Ungar." Gefragt sind hauptsächlich hochwertige Unterhaltungselektronik, Uhren und Schmuck. Vor allem aber Sportartikel. "In Ungarn gibt es ja kaum Ski, aber viele Ungarn fahren Ski. Bei uns haben sie einfach eine weit größere Auswahl." (DER STANDARD Printausgabe, 06.12.2003, Wolfgang Weisgram)

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