Deutschland will freie UMTS-Lizenzen nicht neuerlich versteigern

14. Dezember 2003, 21:10
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Zurück gegebene Frequenzen sollen allenfalls 2007 an bestehende UMTS-Mobilfunkbetreiber vergeben werden

Die derzeit vier in Deutschland aktiven UMTS-Netzbetreiber bekommen keine neue Konkurrenz. Auch für den Fall, dass die beiden nicht mehr im Breitbandmobilfunk aktiven Betreiber Quam und Mobilcom ihre UMTS-Lizenzen zurückgeben oder diese wegen Nichterfüllung der Auflagen verfallen, werde es keine neue Versteigerung geben, betonte der Sprecher der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Harald Dörr, am Dienstag in Bonn.

"Das ist völlig abwegig"

"Von einer Zuteilung zweier weiterer Lizenzen kann überhaupt keine Rede sein. Das ist völlig abwegig", erklärte Dörr. In Deutschland waren im Sommer 2000 ursprünglich sechs UMTS-Lizenzen von der Regulierungsbehörde für insgesamt rund 50 Mrd. Euro versteigert worden. Neben Quam und Mobilcom sind die großen Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone sowie die kleineren Konkurrenten E-Plus und O2 Lizenzinhaber.

Mit der Lizenz verbunden sind Auflagen für den Netzausbau. Bis Ende dieses Jahres müssen 25 Prozent der Bevölkerung durch die jeweiligen UMTS-Netze erreichbar sein. Die vier noch aktiven Betreiber versichern, dieses Ziel durch bevorzugten Ausbau in den Ballungsgebieten zu erreichen, auch wenn mangels geeigneter Endgeräte derzeit noch keine Kunden diese Netze nutzen können.

Netzausbau eingestellt

Anders bei Quam und Mobilcom. Sie haben aus Finanzgründen das UMTS-Abenteuer aufgegeben und den Netzausbau eingestellt. Es deute viel darauf hin, dass diese beiden Lizenzen an die Regulierungsbehörde zurückfielen, erläuterte Dörr. So würden die mit den Lizenzen verknüpften Frequenzpakete für neue Nutzung frei. Der Regulierer müsse laut Gesetz diese Frequenzen wieder dem Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stellen.

Zwar erleichtern zusätzliche Frequenzen grundsätzlich den Aufbau der UMTS-Netze oder ermöglichen größere Bandbreiten. In der gegenwärtigen Aufbauphase reichten die mit den vier Lizenzen verbundenen Frequenzpakete aber aus, hieß es beim Regulierer. Bereits bei der Versteigerung der Lizenzen im Jahr 2000 habe die Behörde angekündigt, im Jahr 2007 ein bis dahin frei werdendes Frequenzspektrum zusätzlich an die UMTS-Lizenzinhaber zu verteilen, erklärte Dörr. Die aus den wahrscheinlich zurückfallenden Lizenzen frei werdenden Frequenzbereiche sollten diesem Spektrum für die Vergabe im Jahr 2007 zugeschlagen werden, es sei denn einer der aktiven UMTS-Anbieter melde schon vorher dringenden Bedarf an.(APA/AP)

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