"Hart aber gerecht"-Kampagne im Zwielicht

31. Mai 2006, 13:52
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Menschenwürde für Raubkopierer eingefordert - Angedeutete Vergewaltigung nicht "humorvoll, sondern empörend"

Der virtuelle Ortsverein der SPD (VOV) hat in einer Pressemitteilung die Kampagne der deutschen Filmindustrie gegen Raubkopierer kritisiert. "Mit ihrer Kampagne "Hart aber gerecht" zeigt die Filmindustrie ein menschenverachtendes Weltbild", sagte Arne Brand, Pressesprecher des VOV.

Vorfreude auf Vergewaltigung

In einem der kurzen Werbefilme der Kampagne werden zwei Inhaftierte gezeigt, die sich offenbar auf die Vergewaltigung neu eingelieferter Raubkopierer freuen. Nimmt man die Aussagen der Werbetexte genau, würde für Raubkopierer das im Grundgesetz verankerte Recht auf Unantastbarkeit der Würde des Menschen sowie auf körperliche Unversehrtheit nicht gelten. "Hier wird den 'Kopierern', ob rechtmäßig oder nicht, ihre menschliche Würde genommen, indem sie zum Freiwild für Verbrecher erklärt werden", so Brand.

"Keineswegs humorvoll, sondern empörend"

Kritik übt der VOV weiterhin an der Verharmlosung von Vergewaltigungen und Raubüberfällen durch den Film. Opfer würden verhöhnt, wenn solche Gewalttäter mit denen gleichgestellt werden, die eine nicht legale Kopie anfertigen. "Das ist keineswegs 'humorvoll provokant' sondern empörend", betonte Brand.

Außerdem ist die Kampagne nach Angaben des VOV rechtlich nicht korrekt. Die Kampagne verschweige, dass eine Privatkopie grundsätzlich zulässig und nur unter bestimmten Bedingungen nicht gesetzlich legitimiert ist. "Als Fazit der Kampagne bleibt festzuhalten, dass mit brutalen Methoden Konsumenten verunsichert werden sollen und die Menschenwürde auf der Strecke bleibt", so Brand abschließend.(pte)

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