Enron mal andersrum

1. Dezember 2003, 13:32
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Freddie Mac verschleierte Milliardengewinn

New York - Nicht immer werden in den USA - so wie beim Pleite gegangenen Energieriesen Enron - Gewinne vorgetäuscht und Verluste versteckt.

Im Bilanzskandal um den zweitgrößten US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac ergab eine umfassende Überprüfung der Buchführung, dass die Gewinne in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als fünf Milliarden Dollar zu niedrig angegeben wurden.

Dann seien die Jahresergebnisse manchmal auch deutlich zu hoch bilanziert worden. Zweck der Manipulationen war es, die Investoren an der Wall Street mit der Vorspiegelung eines stetigen Wachstums zufrieden zu stellen. Finanzchef Martin Baumann sagte, trotz der Bilanz-und Führungsprobleme sei das Unternehmen profitabel und solide. Freddie-Mac-Chairman Shaun O'Malley nannte die vorgelegte Neuerstellung der Bilanzen einen wichtigen Schritt im Bemühen, genaue und zeitgerechte Finanzberichte und -kontrollen zu erreichen. Das Unternehmen sieht sich allerdings weiterhin mit Untersuchungen von Aufsichts- und Ermittlungsbehörden konfrontiert.

Eine unabhängige Kommission kam zu dem Ergebnis, dass führende Manager Bilanzierungsstandards ignoriert hätten, damit die Firma künftig leichter die Gewinnziele erreichen könne. Im Juni war die Führungsspitze entlassen worden. Bis zum Jahresende soll ein neuer Konzernchef ernannt werden. Der Gewinn 2002 wurde um 4,33 Milliarden Dollar und 2000 um 1,12 Milliarden Dollar zu gering angegeben. Dagegen sei 2001 ein um 989 Millionen Dollar zu hoher Gewinn bilanziert worden. (Reuters, Der Standard, Printausgabe, 24.11.2003)

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